Nach der Wahlpleite der Union wächst der Druck auf Armin Laschet und Rufe nach einer Neuaufstellung der CDU werden laut. Vor allem die kleine Schwester ist nicht gut auf den Kanzlerkandidaten zu sprechen.

„Wir werden alles daran setzen, eine Bundesregierung unter Führung der Union zu bilden“, verkündete Armin Laschet noch am Wahlabend in der sogenannten Berliner Runde der Parteivorsitzenden und Spitzenkandidaten bei ARD und ZDF. Dabei hatten CDU und CSU gerade erst eine historische Niederlage erlitten, mit 24,1 Prozent ihr schlechtestes Wahlergebnis bei einer Bundestagswahl kassiert und die SPD mit 25,7 Prozent an sich vorbeiziehen lassen müssen.

Doch für Laschet war das kein Anlass für Selbstzweifel. Er glaubt, die Wählerinnen und Wähler möchten trotzdem, dass er Bundeskanzler wird, denn – so begründete er seinen Anspruch in der „Berliner Runde“: „Eine Stimme für die Union ist eine Stimme gegen eine linksgeführte Bundesregierung.“ Und Markus Söder pflichtete ihm bei: „Wir glauben fest an die Idee eines Jamaika-Bündnisses“, betonte der CSU-Chef.

Scharfer Gegenwind für Armin Laschet

Am Montag ruderten dann sowohl Laschet als auch Söder plötzlich zurück: „Aus dem Wahlergebnis kann niemand einen Regierungsanspruch ableiten, das habe ich am Sonntag auch nicht gesagt“, erklärte der CDU-Chef Teilnehmern zufolge in einer Vorstandssitzung seiner Partei. „Wir stehen bereit für andere Konstellationen“, wenn es mit einer Ampel-Koalition nicht klappe. Dafür müsse sich die Union vorbereiten und bereit halten. Sie müsse die „Bereitschaft“ ausstrahlen.

Und Söder stellte in einer Sitzung des CSU-Vorstands klar: Die Union sei auf Platz zwei und nicht eins gelandet, es gebe daraus keinen Anspruch auf die Regierungsführung – allerdings ein Angebot für Gespräche. Ein solches Angebot mache man, aber es werde kein „Anbiedern um jeden Preis“ bei Grünen…