Meinung

CDU-Kanzlerkandidat
Armin Laschet: das Paradebeispiel eines alten weißen Mannes

Armin Laschet auf dem Weg ins Adenauer-Haus: Fokus auf Machterhalt.

© Carsten Koall / Getty Images

Ich. Will. Kanzler. Werden. Armin Laschet wählte unmittelbar nach der historischen CDU-Niederlage kein einziges Wort der Selbstkritik. Er offenbarte damit einmal mehr eine selbstgefällige, toxische Männlichkeit. Er sollte sich ein Beispiel an Annalena Baerbock nehmen. Alleine schon, weil sich mit Einsicht viel besser Gespräche führen lassen.

Von Linda Peikert

Annalena Baerbock tritt mit Robert Habeck auf die Bühne. Vor einigen Monaten war da noch sehr viel Hoffnung bei den Grünen: Nach Angela Merkel wieder eine Kanzlerin? Dieses Mal eine junge Frau, die sich für Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit einsetzt? Baerbocks Umfragewerte schossen anfangs in die Höhe. Doch aus der Traum: Die Grünen werden nicht die Kanzlerin stellen. Und Baerbock? Sie übernimmt die Verantwortung. Sie lobt ihre Parteikolleg:innen und gesteht umgehend eigene Fehler. „Wir wollten mehr. Das haben wir nicht erreicht. Auch aufgrund eigener Fehler zu Beginn des Wahlkampfs“, sagt sie und fährt fort „eigener Fehler von mir“.  

Ortswechsel Konrad-Adenauer-Haus am Sonntagabend: Armin Laschet steht umringt von Parteikolleg:innen am Mikrophon. Auch Angela Merkel steht ihm zur Seite. Das schlechteste Ergebnis in der Geschichte der Union lässt sich nicht ausblenden. Der „Amtsbouns“ habe gefehlt, sagt Laschet. Und trotz der offensichtlichen Niederlage spricht Laschet von einem „klaren Auftrag“. Er werde „alles daransetzen, eine Bundesregierung unter Führung der Union zu bilden, denn Deutschland braucht jetzt eine Zukunftskoalition“. Kein Wort der Selbstkritik, kein Wort dazu, dass es sein Auftreten der vergangenen Wochen war, dass die Union in diese Lage gebracht hat.

Armin Laschet: Bloß kein Scheitern zugeben