Ein gefragter Künstler ist Pablo Picasso (1881-1973) auch heute noch – 48 Jahre nach seinem Tod. Erst im Mai 2021 ersteigerte ein Kunstsammler bei Christie’s in New York ein Picasso-Werk für 103,4 Millionen Dollar. 2015 wechselte das bis dahin teuerste Gemälde, „Die Frauen von Algier“, für 179,4 Millionen Dollar den Besitzer. Seine Werke bleiben gefragt. Doch wer war Picasso, der mit vollem Namen übrigens „Pablo Diego José Francisco de Paula Juan Nepomuceno María de los Remedios Cipriano de la Santísima Trinidad Ruiz y Picasso“ hieß?

Ein Werk Picassos bei der ersten documenta von 1955 in Kassel. Organisator Arnold Bode im Gespräch mit dem damaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss (2.v.l.). Westdeutschland negierte den politischen Picasso.

Fast alles scheint über den aus Malaga stammenden Maler, Bildhauer und Graphiker gesagt und geschrieben worden zu sein. Etwa, dass er einer der einflussreichsten Künstler des 20. Jahrhunderts war, ein arbeitswütiges Genie, das sich künstlerisch immer wieder neu erfand. Dass er seine Werke mit dem Mädchennamen seiner Mutter – Picasso – signierte. Dass er die Frauen betörte. Dass er der Nachwelt ein riesiges Gesamtwerk hinterließ – und den Streit darum.

Verschiedene Sicht auf Picasso 

Was neu ist und nun herausgearbeitet wurde von einer  Ausstellung im Kölner Museum Ludwig unter dem  Titel: „Der geteilte Picasso“ ist seine Rezeption im Osten und im Westen, die erstaunlich unterschiedlich ausfiel. Das hatte viele Gründe, wie – neben Gemälden – auch Briefe, Zeitungsausschnitte und Plakate ausführlich belegen. Schuld war vor allem, wie der Rückblick zeigt, der Eiserne Vorhang, der die Welt mehr als vier Jahrzehnte lang in unversöhnliche politische Blöcke, in Sozialismus und Kapitalismus, aufteilte.

Picassos Bild „Guernica“ bannt die Verbrechen deutscher und italienischer Truppen während des spanischen Bürgerkriegs auf Leinwand

Picasso war nämlich, was nur Wenige wissen, Kommunist. Noch 1944 trat…