Wien
„Havanna-Syndrom“ nicht Ernst genommen: CIA wirft leitenden Beamten raus

US-Botschaft in Wien – hier am Rande einer Black-Live-Matters-Demo im Juni 2020

© Ronald Zak / Picture Alliance

Das „Havanna-Syndrom“ wird von den USA zunehmend als ernste Bedrohung wahrgenommen. So hat ein lascher Umgang mit den Beschwerden einen CIA-Mann in Wien nun den Posten gekostet. Mittlerweile gibt es mehr als 150 Fälle der mysteriösen Erkrankung. 

Der US-Auslandsgeheimdienst CIA hat laut einem Medienbericht seinen leitenden Verbindungsbeamten in Wien entlassen, weil dieser Fälle des mysteriösen „Havanna-Syndroms“ nicht ernst genommen haben soll. Wie die „Washington Post“ unter Berufung auf Geheimdienstkreise berichtete, gab es unter den dortigen Botschaftsmitarbeitern und deren Angehörigen in letzter Zeit dutzende Fälle, die ins Muster der rätselhaften Erkrankung passten. Der örtliche CIA-Chef habe sich jedoch skeptisch gezeigt.

Flug nach Hanoi verschoben

Die zunehmenden Fälle werden in den USA als ernstes Problem wahrgenommen: Im August hatte sich ein Flug der US-Vizepräsidentin Kamala Harris nach Vietnam um mehrere Stunden verzögert, nachdem die Botschaft in Hanoi einen möglichen Fall des „Havanna-Syndroms“ gemeldet hatte. Und während eines Besuchs von CIA-Direktor William Burns in Indien Anfang September begab sich ein Beamter in seinem Gefolge laut „Washington Post“ wegen entsprechender Symptome in ärztliche Behandlung

Was genau hinter dem „Havanna-Syndrom“ steckt, beschäftigt Medizin, Geheimdienste und die Regierung schon seit Jahren. Die ersten Fälle waren 2016 bei Diplomaten in der kubanischen Hauptstadt aufgetaucht. Dutzende kanadische und US-Diplomaten sowie deren Angehörige in Kuba litten unter Benommenheit, Müdigkeit und Kopfschmerzen sowie Hör- und Sehproblemen. Es gab sogar Fälle, in denen schwere Gehirnverletzungen ohne bekannte Ursache…