Energiekosten
Strompreise auf Rekordniveau: Wollen die Deutschen jetzt zurück zur Atomkraft?

Das Kernkraftwerk Neckarwestheim soll Ende 2022 stillgelegt werden

© Marijan Murat / DPA

von Daniel Bakir
24.09.2021, 16:11 Uhr

Die Preise für Strom und Gas erreichen neue Rekorde. Viele Verbraucher wünschen sich, dass die Politik gegensteuert – aber nicht zu Lasten des Klimaschutzes. Eine Umfrage zeigt, welche Maßnahmen sie bevorzugen.

Die Energiepreise für private Haushalte steigen weiter: Laut dem Vergleichsportal Verivox ist der Strompreis im Monat September auf ein neues Allzeithoch gestiegen. Mit durchschnittlich 30,54 Cent je Kilowattstunde zahlen Verbraucher demnach so viel wie nie zuvor. Und dabei steht die traditionelle Preiserhöhungswelle der Stromversorger zum Jahreswechsel erst noch bevor.

Ähnlich sieht es beim Gaspreis aus, der in der Grundversorgung laut Check24 ebenfalls ein Rekordhoch erreicht. Hier ist die Erhöhungswelle bereits im vollen Gange: 57 Gas-Grundversorger haben ihre Preise erhöht oder dies angekündigt.

Die steigenden Energiepreise dürften ein wichtiges Thema für die nächste Bundesregierung werden. Mit den Maßnahmen der amtierenden ist die Mehrheit der Bevölkerung jedenfalls nicht zufrieden. In einer aktuellen Verivox-Umfrage erklärten drei von vier Befragten, dass die Regierung zu wenig unternommen habe, um den Anstieg der Strompreise zu bremsen. Sechs von zehn Befragten stimmten der Aussage zu: „Der Strompreis ist zu hoch, meine Schmerzgrenze ist erreicht.“ 

Nein zu Kohle, zurück zur Kernkraft?

Eine große Mehrheit von 77 Prozent spricht sich folgerichtig dafür aus, dass die Politik etwas tun sollte, um den Anstieg der Strompreise zu stoppen. Bevorzugtes Mittel ist eine Senkung der Steuern und Abgaben, die jeder Zweite fordert. 39 Prozent sprechen sich zudem für einen staatlichen…