Booster-Impfung oder nicht? Politik, Behörden und Wissenschaft sind noch uneins, wie sinnvoll eine dritte Corona-Impfung in der Bekämpfung der Pandemie ist. Im Streit um Corona-Auffrischungsimpfungen in den USA hat die Chefin der Gesundheitsbehörde CDC, Rochelle Walensky, nun ein Machtwort gesprochen – und sich über die Empfehlung eines Expertengremiums hinweggesetzt. Die CDC empfiehlt fortan eine Drittimpfung mit dem Vakzin von Biontech/Pfizer auch für Beschäftigte in Berufen mit hohem Ansteckungsrisiko. Damit kann die Auffrischungs-Impfkampagne in den USA beginnen.

Ein CDC-Ausschuss hatte am Donnerstag dafür gestimmt, eine sogenannte Booster-Impfung für Menschen ab 65 Jahren und für Menschen mit erhöhtem Risiko für eine schwere Erkrankung zu empfehlen. Das Gremium stimmte aber mit neun zu sechs Stimmen gegen eine Aufnahme von Beschäftigten in Berufen mit hohem Ansteckungsrisiko in die Impfkampagne.

Rochelle Walensky ist Direktorin des US-Centers for Disease Control and Prevention (CDC)

Die Experten widersprachen damit der Arzneimittelbehörde FDA. Diese hatte am Mittwoch den Biontech/Pfizer-Impfstoff für die Auffrischungsimpfung auch bei Beschäftigten mit hohem Infektionsrisiko wie etwa Beschäftigte im Gesundheitswesen, Lehrer und Kindertagesstättenpersonal, Beschäftigte in Lebensmittelgeschäften und in Obdachlosenheimen oder Gefängnissen genehmigt.

Diskussion über Auffrischungsimpfung

Die Debatte spiegelt die gespaltene Expertenmeinung in der Frage der Sinnhaftigkeit von Auffrischungsimpfungen für jüngere Personengruppen wider.

Das letzte Wort lag nun bei CDC-Chefin Walensky – sie setzte sich in einem seltenen Schritt über die Empfehlung der Experten ihres Hauses hinweg und schloss sich der Auffassung der FDA an. „In einer Pandemie müssen wir, auch wenn es Unsicherheiten gibt, Schritte ergreifen, von denen wir annehmen, dass sie zum größten Allgemeinwohl führen“, erklärte Walensky.

Mit der CDC-Empfehlung haben der Behörde zufolge rund 26…