Wie ein Vertreter des US-Justizministeriums vor einem Bundesgericht in New York sagte, wurde eine Art Bewährungsverfahren mit Meng Wanzhou vereinbart. Die Vorwürfe gegen die Spitzenmanagerin des chinesischen Telekommunikationsriesen Huawei könnten damit im Dezember 2022 fallengelassen werden. Die US-Behörden wollen den Antrag auf Auslieferung in die USA nun zurückziehen.

Die Huawei-Finanzchefin und Tochter des Unternehmensgründers war im Dezember 2018 auf Betreiben der US-Behörden im kanadischen Vancouver festgenommen worden. Die US-Regierung wirft ihr unter anderem Umgehung der Sanktionen gegen den Iran vor. Meng wehrt sich in dem langwierigen Verfahren gegen die Auslieferung in die USA.

Vorwürfe der Spionage-Möglichkeiten

Der Fall hat Auswirkungen auf internationale Beziehungen über Huawei hinaus. Kurz nachdem Meng festgesetzt worden war, nahm China zwei kanadische Geschäftsleute fest. Im August wurde einer von ihnen der Spionage und Beschaffung von Staatsgeheimnissen schuldig gesprochen und zu elf Jahren Haft verurteilt. Kanada verurteilte die Haftstrafe.

Der chinesische Netzwerkausrüster und Smartphonehersteller Huawei war 2019 vom damaligen US-Präsidenten Donald Trump auf eine schwarze Liste für den US-Handel gesetzt worden. Die USA werfen dem Konzern vor, Verbindungen zur Regierung in Peking zu pflegen und vermuten, Huawei biete eine Art Hintertür für Spione, um an Staats- oder Firmengeheimnisse zu gelangen. Huawei weist dies zurück. Die mögliche Vereinbarung bezieht sich dem Insider zufolge nur auf Meng, die US-Anklagen gegen das Unternehmen blieben bestehen.

jwa/fab (afp, dpa)