Der Dokumentarfilm „Ghosts of Afghanistan“ (Regie: Julian Sher, Graeme Smith, Natalie Dubios) begleitet den kanadischen Kriegsberichterstatter Graeme Smith, der viele Jahre in Afghanistan gelebt und gearbeitet hat. Er trifft dort Menschen, die am Wiederaufbau des Landes beteiligt waren und Insiderinnen und Insider, die den sozialen und politischen Kontext des Landes kennen. Zu sehen ist der Film noch bis zum 25.09.2021 auf der Homepage des Human Rights Film Festivals.

Die tiefe Zerrissenheit des Landes wird besonders durch die Perspektive der verschiedenen Frauen deutlich, die im Film zu Wort kommen. Eine von ihnen ist Shaharzad Akbar, führende Menschenrechtsforscherin in Afghanistan, die Misshandlungen sowohl durch die Taliban als auch durch die Regierung anprangert.

Darüber hinaus trifft Graeme Smith gesprächige Studierende der Universität Kabul, die darüber diskutieren, wie die Taliban ihre hart erkämpften Rechte und Freiheiten bedrohen könnten.

Ein besonders auffälliger Kontrast zeigt sich, als sich Smith in Kandahar mit einer Gruppe Frauen trifft, die allesamt in Burkas gehüllt sind und gemäß der Vorgaben der Taliban leben. Konträr dazu: Die Begegnung mit Farahnaz Forotan, eine der freimütigsten Feministinnen des Landes.

Ihr Haus, das mit großen Frida-Kahlo-Selbstporträts geschmückt ist, auf denen die Brüste zu sehen sind, würde viele Konservative schockieren.

Provokante Kunst im Büro einer afghanischen Frau: Kahlo-Porträt in Farahnaz Forotans Büro

Film ist hochaktuell 

Der Dokumentarfilm „Ghosts of Afghanistan“ wurde bereits 2019 gedreht. Dennoch ist er brandaktuell. Dank der Hintergrundinformationen lässt er die Zuschauerinnen und Zuschauer verstehen, wie es möglich gewesen ist, dass die Taliban die Macht in Afghanistan zurückerobern konnten.  

Graeme Smith erklärte auf dem Berliner Human Rights Film Festival, dass die ursprüngliche Version des Films ein Ende vorsah, das auf eine politische Lösung hoffen ließ: „Wir hatten nicht…