Der Haftrichter bestätigte, dass gegen den Beschuldigten ein dringender Tatverdacht bestehe, und ordnete Untersuchungshaft an. Der Vorwurf lautet auf Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat. Nach ersten Ermittlungen hatte der festgenommene Jugendliche Verbindungen zu einem bekannten Islamisten im Ausland. Den Kontakt zu einem Bombenbau-Experten via Messengerdienst „Telegram“ habe der 16-Jährige zugegeben, Anschlagsabsichten auf die Synagoge aber bestritten, hatte die Generalstaatsanwaltschaft in Düsseldorf zuvor mitgeteilt.

Die Polizei sei einem sehr ernstzunehmenden und konkreten Hinweis nachgegangen, erläuterte Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul die „islamistisch motivierte Bedrohungslage“ vom Mittwoch. „Konkret heißt übrigens: klare Tatzeit, Tatort und Täter waren benannt“, so Reul. Demnach hätte es während des jüdischen Versöhnungsfestes Jom Kippur zu einem Angriff auf die Synagoge in der Stadt Hagen kommen können. Der Hinweis kam nach Informationen aus Sicherheitskreisen von einem ausländischen Geheimdienst.

Der festgenommene Syrer schützt sich vor Blicken

Bei einer Wohnungsdurchsuchung waren auch der Vater des Beschuldigten und zwei Brüder angetroffen und festgenommen worden. Gegen sie bestehe derzeit jedoch kein Tatverdacht, sagte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft. Am Donnerstagabend wurden die drei wieder freigelassen. Der Vater war Sicherheitskreisen zufolge 2014 nach Deutschland gekommen und als Flüchtling anerkannt worden.

Großeinsatz im Stadtzentrum

Schwer bewaffnete Polizisten hatten den Zugang zur Synagoge im Zentrum von Hagen am späten Mittwochnachmittag abgesperrt und das Gotteshaus stundenlang geschützt. Das Gebäude und seine Umgebung wurden mit Sprengstoffspürhunden abgesucht, gefährliche Gegenstände wurden dabei nicht entdeckt.

Auch die Durchsuchung bei dem 16-Jährigen brachte keine Bombenbauteile ans Licht. Es seien aber elektronische Medien wie Handys und Speichermedien sichergestellt…