Umwelt und Verkehr
Bundesrat entscheidet über E-Ladesäulen

App oder Karte? Wie zahlt man an der Ladestation für Elektroautos? Foto: Carsten Koall/dpa

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Fürs Tanken an der Ladesäule braucht man oft spezielle Kundenkarten,. Die Bundesregierung will es einfacher machen – doch die Branche wehrt sich. Jetzt stimmt der Bundesrat ab.

Elektroautos tanken an der Ladesäule – doch wie zahlt man an öffentlichen Ladepunkten für den Strom? Über diese Frage streiten Bundesregierung, Autobauer und Energiewirtschaft.

Während die Bundesregierung Lesegeräte für Kartenzahlung fordert, finden die Unternehmen das veraltet und setzen auf Apps. Am Freitag soll der Bundesrat über die Frage abstimmen.

Das Problem

Derzeit gibt es für das Bezahlen an Ladesäulen kein einheitliches System. Es gibt mehr als 46.000 öffentliche Säulen, aber hunderte Betreiber, Vertragsmodelle und Tarife. Teils klappt das Laden über Kundenkarten, die nur an bestimmten Säulen funktionieren, teils über Apps. Mal wird monatlich eine Grundgebühr gezahlt, mal nur pro Ladevorgang.

Die Idee der Bundesregierung

Das Laden von Elektroautos soll einfacher und unabhängiger werden, so dass Nutzer spontan auf den Weg jede Ladesäule nutzen können, die sie finden. Das Kabinett hat deshalb eine Änderung der Ladesäulenverordnung angestoßen, die Anbieter verpflichten würde, ab Juli 2023 Lesegeräte für gängige Debit- oder Kreditkarten in neue Ladesäulen einzubauen. Schon betriebene Ladesäulen müssten nicht umgerüstet werden. Bevor diese Verordnung in Kraft treten kann, muss der Bundesrat aber zustimmen.

Die Argumente der Auto- und Energiewirtschaft

Mehrere Wirtschaftsverbände wehren sich gegen die Kartenlesegerät-Pflicht. Die Terminals seien veraltet, sie…