Nach Jahrzehnten
„Ab heute gibt es keine Hintertür mehr“: Aus für Atom-Endlager Gorleben ist endgültig

Blick in das Erkundungsbergwerk von Gorleben. Nach Jahrzehnten steht nun endgültig fest: Hier wird es kein Atom-Endlager geben.

© Philipp Schulze / DPA

Vor einem Jahr wurden bereits die Weichen gestellt, nun ist es endgültig: Der Salzstock Gorleben wird kein Endlager für hochradioaktive Abfälle. Das Zwischenlager aber bleibt.

Das Erkundungsbergwerk Gorleben wird endgültig stillgelegt. Einen entsprechenden Auftrag hat das Bundesumweltministerium der Bundesgesellschaft für Endlagerung mbH (BGE) erteilt. „Das Kapitel Endlager Gorleben wird ab dem heutigen Tag geschlossen“, sagte Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth am Freitag in Gorleben. Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) sagte: „Ab heute gibt es keine Hintertür mehr.“ Das Thema Endlager Gorleben sei endgültig beendet.

Im September 2020 hatte die BGE mitgeteilt, dass große Teile Deutschlands für ein Atomendlager nach geologischen Kriterien grundsätzlich geeignet sind – der lange heftig umkämpfte Salzstock Gorleben im Wendland aber ist nicht darunter. Als Grund wurden geologische Mängel genannt. „Alle Fakten liegen auf dem Tisch. Die Entscheidung ist getroffen“, sagte Flasbarth.

Salzstock von Gorleben: Rückbau innerhalb von zehn Jahren

Der Vorsitzende der Geschäftsführung der Bundesgesellschaft für Endlagerung, Stefan Studt, kündigte an, dass der Salzstock innerhalb von zehn Jahren in seinen ursprünglichen Zustand rückgebaut werde. Dazu müsse die Salzhalde wieder unter Tage verbracht werden. Sobald die Hohlräume verfüllt seien, sollen die Schächte verschlossen werden. Wie hoch die Kosten dafür seien, stehe noch nicht fest. Zurzeit koste es 20 Millionen Euro jährlich, den Salzstock offen zu halten. In die Erkundung Gorlebens wurden bisher 1,9…