Gute Science Fiction ist immer ein Kommentar zur Zeit, in der sie entsteht. Eines der besten Beispiele dafür ist der Romanzyklus „Dune“ (dt. „Der Wüstenplanet“) des US-amerikanischen Autors Frank Herbert – ein monumentales Werk aus den 1960er-Jahren, in dem Herbert zahlreiche Themen seiner Epoche verhandelte. Das Herrscherhaus Atreides erhält den Auftrag, auf dem kolonisierten Wüstenplaneten Arrakis den Abbau einer kostbaren Substanz namens Spice zu organisieren und zu kontrollieren. Der Rohstoff ist unter anderem wichtig für die Lenkung von Raumfahrzeugen und in der gesamten Heimatgalaxie der Atreides heiß begehrt.

Die Ureinwohner des Planeten, die Fremen, wehren sich gegen den Raubbau. Sie leben unter der Erde, denn auf Arrakis herrschen tagsüber Temperaturen von mehreren hundert Grad. Gigantische Sandwürmer bedrohen Mensch und Maschinen. Paul Atreides, Sohn des Herrschers Leo, erlebt immer wieder Visionen, in denen er als Messias der Fremen und als Befreier erscheint. Paul erkennt schnell, wie die Rollen in dem Machtkampf um den Planeten verteilt sind. Auch der matriarchale Nonnenorden der Bene Gesserit spielt eine wichtige Rolle im „Dune“-Universum. Die Idee des Ordens ist es, durch genetische Auslese einen Erlöser hervorzubringen. Sie prüfen genau, ob es sich dabei um Paul Atreides handelt.

In zahlreiche Sprachen übersetzt: die Buchvorlage

Brennend aktuelle Themen

Auf der erzählerischen Ebene geht es in „Dune“ um einen jungen Fürstensohn, der ein Volk in die Freiheit führen kann, wenn er seine Ängste überwindet. Doch auf einer tieferen, philosophischen Ebene geht es um den Kalten Krieg, um Feminismus, Industrialisierung und Umweltzerstörung, die Abhängigkeit von Ressourcen und den daraus resultierenden Kolonialismus. Vor allem aber schreibt Herbert in seinen Büchern über Machtgier und wie diese zu kriegerischen Auseinandersetzungen führt. 

„Dune“ ist der erfolgreichste Science-Fiction-Romanzyklus aller Zeiten. Er wurde millionenfach…