Beobachtet man Springreiterin Sophie Hinners im Parcours, sieht man eine immer konzentrierte und unaufgeregte Reiterin, bei der es so scheint, als übertrage sich ihre Ruhe stets auch auf ihr Pferd. Spricht man mit ihren Trainern und Förderern – dem Niederländer Emile Hendrix oder Bundestrainer Otto Becker – hört man viel Lob. Und steht man Sophie Hinners schließlich persönlich gegenüber, hat man es mit einer freundlichen und intelligenten, jungen Frau zu tun, die ihre sportliche Entwicklung der vergangenen Jahre selbst fast ein wenig ungläubig betrachtet.

„Ich habe eigentlich immer gedacht, dass es ein Hobby bleibt“, sagt sie über den Reitsport, „weil ich mir immer vorgenommen hatte, zu studieren oder etwas ‚Vernünftiges‘ zu machen. Aber es ist bisher immer die Reitsport-Schiene geblieben.“ Hinners lernte das Reiten schon mit vier Jahren auf dem Hof ihres Onkels und ihrer Tante. „Ich habe mit Ponys angefangen und bin bei allen möglichen Wettbewerben gestartet“, sagt sie rückblickend. „Ich war auch eher an der Dressur interessiert, habe aber immer nur Spring-Ponys bekommen und deswegen ging es dann irgendwann in die Richtung.“

Nach der Schule machte Hinners eine Ausbildung im Stall von Springreiter Hergen Forkerts und ritt auf Turnieren. So lernte sie auch Emile Hendrix kennen und mit ihm den Mann, dank dem ihre Reitsportkarriere richtig Fahrt aufnahm.

Emile Hendrix (l.), hier mit Alwin Schockemöhle, nahm 1996 für die Niederlande an den Olympischen Spielen teil

Hendrix, ehemaliger Olympiareiter, heute Pferdehändler und Trainer, war ein Glücksfall für Hinners und wurde zu ihrem großen Förderer. Auf sie aufmerksam wurde Hendrix, als er ein Pferd kaufen wollte, das Hinners ritt. „Hinterher habe ich zu ihr gesagt: Das Pferd möchte ich nicht kaufen, aber dich würde ich wohl nehmen, wenn du zur Verfügung stehst“, erinnert sich der 65-Jährige im Gespräch mit der DW.

Umzug in die Niederlande

Ein Jahr später, als Hinners ihre Ausbildung abgeschlossen hatte,…