Spionage-Skandal
Sie hackten für die NSA – dann verkauften sie sich und ihre Werkzeuge an Autokraten

Die ehemaligen NSA-Hacker sollen danach für die Vereinigten Arabischen Emirate tätig gewesen sein (Symbolbild)

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von Malte Mansholt
15.09.2021, 22:09 Uhr

Als das Ausmaß der NSA-Spitzeleien bekannt wurde, stand auch die Angst im Raum, wie diese Macht missbraucht werden könnte. Jetzt haben drei ehemalige Hacker des Geheimdienstes gestanden, genau das getan zu haben.

Die Bewegungen der Bürger verfolgen, ihre Nachrichten und Anrufe verfolgen und ihre Daten sammeln: Spätestens seit dem Leak von Edward Snowden ist der US-Geheimdienst NSA das Sinnbild für systematische staatliche Spionage. Die daraus entstehende Angst, dass das Wissen und die Werkzeuge in falsche Hände kommen könnten, war nicht unbegründet, wie ein aktueller Prozess in den USA zeigt. Gegen drei ehemalige Geheimdienst-Hacker wird dort nun wegen Spionage ermittelt. 

Marc B., Ryan A. and Daniel G. sollen nach Angaben des US-Justizministeriums im Rahmen einer „Project Raven“ genannten Geheimoperation für die Vereinigten Arabischen Emirate gehackt haben. Ihr Ziel: Menschenrechtsaktivisten, Journalisten und Regimekritiker. Dazu sollen sie sich hochentwickelter Cyberwaffen bedient haben. Das Hackertool Karma soll etwa in der Lage gewesen sein, iPhones ohne das Wissen der Opfer übernehmen zu können. Einige der durch sie ausspionierten Personen sollen in der Folge gefoltert worden sein.

Spionage im Namen der Autokraten

Nun wird den ehemals für die NSA tätigen Hackern vorgeworfen, geheime Militärtechnologie an einen anderen Staat verkauft, sowie Hackinggesetze in den USA gebrochen zu haben, so der Bericht. Zum Verhängnis wurde ihnen, dass sie dem Regime die als Waffen bewerteten Hackertools zugänglich gemacht hatten, ohne die entsprechenden…