TV-Kritik

Dokumentation „Schumacher“
Der Mensch Schumacher in all seinen Facetten – Machern gelingt spannendes Lebensporträt

Michael Schumacher 1996 in seinem ersten Jahr bei Ferrari

© firo Sportphoto// / Picture Alliance

von Tim Schulze
15.09.2021, 10:20 Uhr

Ein gelungener Film: In der Doku „Schumacher“, die jetzt bei Netflix läuft, sind besonders die Aussagen der Familie bewegend. Aber auch sonst gelingt es den Machern, ein spannendes Lebensporträt der Formel-1-Legende zu zeichnen. 

Der Film soll ein Geschenk der Familie sein an den Vater und Ehemann, dessen Unfall am 29. Dezember 2013 ein gewaltige Leere hinterlassen hat. In der Familie, unter den Freunden und im Motorsport. Michael Schumacher verunglückte an diesem Tag beim Skifahren in den französischen Alpen. Er stürzte bei hoher Geschwindigkeit abseits der Piste und schlug mit dem Kopf auf einen Felsen. Trotz eines Helms trug er schwerste Kopfverletzungen davon – und lebt seitdem abgeschirmt und unter der Obhut der Familie auf dem Anwesen in Gland am Genfer See. In welchem Zustand sich der mittlerweile 52-Jährige genau befindet, ist nicht bekannt. Details zum Gesundheitszustand gibt die Familie in der Dokumentation, die seit dem 15. September auf Netflix zu sehen ist, nicht preis.

Die Dokumentation will keine Neugier befriedigen, sondern den Menschen und Rennfahrer Michael Schumacher in all seinen Facetten zeigen – und das gelingt ihr auf eindringliche Weise, auch mit privaten Aufnahmen, die zum ersten Mal zu sehen sind. Besonders bewegend sich die Äußerungen der Familie gegen Ende des Films, die einen Eindruck davon verschaffen, wie sie mit dem Schicksal klarzukommen versucht. „Jeder vermisst Michael da. Aber Michael ist ja da, so. Anders, aber er ist da. Und das gibt uns allen Kraft, finde ich,“ sagt Ehefrau Corinna mit Tränen in den Augen. Tochter Gina schwärmt von ihrem Vater, der sich in seiner Freizeit ganz den…