Bundestagswahl
„Historischer Moment“: Erstmals könnten mehrere Transmenschen in den Bundestag einziehen

Sie könnte bald im Bundestag sitzen: Grünen-Politikerin und Trans-Frau Tessa Ganserer

© Tobias Hase / DPA

Tessa Ganserer ist die erste Politikerin in Deutschland, die sich während ihrer Amtszeit als transgeschlechtlich geoutet hat. Nun will sie im Bundestag gegen Diskriminierung kämpfen – und ein Vorbild für andere sein.

„Wer Tessa will, muss Ganserer wählen“ – steht in dicker weißer Schrift auf den grünen Wahlplakaten. Darauf zu sehen ist eine Frau mit langen blonden Haaren, die sie auf einer Seite lässig hinters Ohr geschoben hat. Fröhlich lächelt sie in die Kamera.

Trotzdem ist die Nürnberger Bundestagskandidatin Tessa Ganserer alles andere als glücklich über die Plakate. Diese sind nur eine Notlösung. Denn auf dem Wahlzettel steht Ganserer mit einem anderen Vornamen – einem männlichen Vornamen, den die 44-Jährige vor fast drei Jahren abgelegt hat und mit dem sie sich nicht identifiziert. „Das ist für mich sehr schmerzvoll und erniedrigend“, sagt sie.

Ganserer: „Damit es andere nach mir leichter haben“

Ganserer sitzt seit 2013 für die Grünen im bayerischen Landtag, in den ersten Jahren noch als Abgeordneter unter männlichen Vornamen. Im November 2018 outete Ganserer sich dann als erste Politikerin in einem deutschen Parlament als transgeschlechtlich. Fortan trat sie auch öffentlich als Tessa Ganserer auf – als die Frau, die sie schon immer war, wie sie sagt.

Im bayerischen Landtag kämpft Ganserer seitdem als queerpolitische Sprecherin für die rechtliche Gleichstellung und gesellschaftliche Akzeptanz von transgeschlechtlichen Menschen – ein Kampf, der auch ein persönlicher ist und den sie nun im Bundestag fortsetzen will – „in der Hoffnung etwas bewirken zu können, damit es andere nach mir…