„Das Allerwichtigste zuerst: Köln hat ein jüdisches Museum“. Mit diesem Satz eröffnete Stefan Kraus, Leiter des Kolumba Museums, am vergangenen Montag (13.09.) die Pressekonferenz zur Ausstellung „In die Weite – Aspekte jüdischen Lebens in Deutschland“.

Tatsächlich ist die Kooperation seines Museums mit MiQua, dem LVR-Jüdischen Museum im Archäologischen Quartier Köln, mehr als nur ein Vorgeschmack darauf, was die Besucherinnen und Besucher in Köln erwarten wird, wenn das im Bau befindliche jüdische Museum fertig sein wird. Bis dahin wird „In die Weite“ mit einer Auswahl von etwa 100 internationalen Leihgaben (die teilweise im Laufe des Jahres ausgewechselt werden) jüdisches Leben in Deutschland darstellen. 

Zentrales Ausstellungsstück: ein römisches Dekret

Das Herzstück der Sammlung ist ein Dekret des römischen Kaisers Konstantin aus dem Jahr 321. Konstantin bittet darin die Stadt Köln, Juden in die Stadträte aufzunehmen und bei wichtigen Entscheidungen mitwirken zu lassen. Das wertvolle Dokument belegt die mindestens 1700-jährige Existenz von Jüdinnen und Juden nördlich der Alpen und begründet das diesjährige Festjahr „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“. Bei der ausgestellten Abschrift handelt es sich um die älteste. Sie stammt aus dem 6. Jahrhundert und wird normalerweise in der Biblioteca Apostolica Vaticana aufbewahrt. Solche einzigartigen Quellen in der Vatikanischen Bibliothek sind in der Regel mit einer grundsätzlichen Ausleihsperre versehen.

Kunstwerke neben Nutzobjekten: im Vordergrund eine Sukka (Laubhütte) aus der Synagoge in Rottenburg-Baisingen

„Dass es gelungen ist, das Dekret nach Köln zu holen, bedeutet mir persönlich, aber auch für die Ausstellung viel. Die Ankunft und Ausstellung wird ein Ereignis von außergewöhnlichem öffentlichem Interesse, das national und international Beachtung finden wird“, sagte Abraham Lehrer, Vizepräsident des Zentralrates der Juden in Deutschland und Vorstandsmitglied der…