Der britische Prinz Andrew wehrt sich mit formaljuristischen Mitteln gegen die Klage eines mutmaßlichen Missbrauchsopfers. Wie aus einem Gerichtsdokument hervorgeht, stellt der 61-Jährige die Zuständigkeit des New Yorker Bundesgerichts in Frage, vor dem die Beschuldigungen erhoben wurden. Er ficht außerdem die Art und Weise an, wie ihm die Klageschrift im August überreicht worden sein soll.

Virginia Giuffre wirft ihm vor, sie vor mehr als 20 Jahren als Minderjährige mehrfach sexuell missbraucht zu haben. Die heute 38-Jährige gibt an, sie sei von dem Sexualstraftäter Jeffrey Epstein an Prinz Andrew „ausgeliehen“ und zum Geschlechtsverkehr mit ihm gezwungen worden. Die Begegnungen hätten in London, in Epsteins Haus in New York und auf Epsteins Privatinsel in der Karibik stattgefunden. Giuffre verlangt dafür Schadenersatz.

„Unbegründet, nicht haltbar, womöglich rechtswidrig“

Die Klageschrift war dem zweitältesten Sohn von Königin Elizabeth II. Ende August übergeben worden – allerdings nicht persönlich. Giuffres Vertreter erklärte laut Gerichtsunterlagen eidesstattlich, er habe das Dokument einem Polizisten am Eingang der Residenz des Prinzen im englischen Windsor übergeben. Andrews Rechtsanwalt entgegnete bei einer Online-Anhörung vor einem US-Richter, die Zivilklage sei „unbegründet, nicht haltbar und womöglich rechtswidrig“. Für Mitte Oktober wurde eine weitere Anhörung angesetzt.

„Begegnungen in London, in New York und auf einer Karibikinsel“: Virginia Giuffre (Archivbild)

Die Vorwürfe gegen den Herzog von York stehen schon seit 2019 im Raum. Er wies die Anschuldigungen stets zurück und erklärte, sich nicht an ein Treffen mit Giuffre erinnern zu können. Allerdings trat der Prinz nach einem verunglückten TV-Interview im gleichen Jahr von seinen royalen Pflichten zurück.

Tod in der Gefängniszelle

Der ehemalige Hubschrauberpilot und Kriegsveteran ist geschieden und hat zwei Kinder. Er war mehrfach Übernachtungsgast bei Epstein. Von den…