Hochtemperatur-Supraleitung
Durchbruch bei der Kernfusion – US-Firma steht vor der Netto-Stromerzeugung

Die Versuchsanordnung mit den Magneten.

© MIT / PR

von Gernot Kramper
14.09.2021, 10:08 Uhr

Starke Magnete bändigen das Plasma für die Kernfusion, am MIT wurde nun ein Magnet entwickelt, der für die Aufgabe nur ein Siebtel der Energie benötigt. Damit wird der Weg zur kommerziellen Stromerzeugung frei.

Um das Aufheizen des Planeten zu stoppen, wird auf der ganzen Welt nach einer Energiequelle ohne CO2-Emissionen gesucht. Ein „ewiger“ Kandidat ist die Kernfusion, sie verspricht unendliche Energie und das auch noch ohne die Risiken der heutigen Atomkraftwerke.

Die theoretischen Grundlagen für einen Fusionsreaktor haben sowjetische Wissenschaftler bereits Anfang der 1950er-Jahre gelegt, doch bislang ist es nicht gelungen, die technischen Probleme so eines Tokamak-Reaktors zu lösen. Dieser Reaktortyp sieht aus wie ein verdrehter Donut, in ihm sollen Bedingungen wie auf der Sonne künstlich hergestellt werden, um in einem Plasmaring eine Kernfusion herbeizuführen. Das bedeutet, extrem heiße Temperaturen und sehr hohe Drücke. Die werden von Elektro-Magneten erzeugt. Um von Versuchsapparaturen in die Nähe eines stromerzeugenden Reaktors zu gelangen, ist die Technik der Magneten entscheidend. Sie dürfen nicht mehr Strom verbrauchen, als bei der Fusion entsteht.

Nettoenergie ist entscheidend 

Nun ist dem Commonwealth Fusion Systems (CFS) und dem Plasma Science and Fusion Center (PSFC) des Massachusetts Institute of Technology ein Durchbruch gelungen. Ihr Magnet ist stark genug, das Plasma zu bändigen, und dennoch wird es möglich sein, „Nettoenergie“ zu erzeugen. „Das ist eine große Sache“, sagte Andrew Holland, Vorstandsvorsitzender der Fusion Industry Association, gegenüber dem TV-Sender „CNBC“. „Das ist kein Hype, das ist Realität. Mit…