Analyse

TV-Vierkampf zur Bundestagswahl
Gemotze, Geätze, Belehrungen: Bei der Debatte der „Kleineren“ war endlich mal was los

Der Vierkampf der „kleineren Parteien“ zur Bundestagswahl mit Janine Wissler, Christian Lindner, Alexander Dobrind und Alice Weidel (v.l.n.r.) in Berlin

© Annette Riedl / DPA

Wenn vier sich streiten: Zwischen den „kleineren Parteien“ gab es ordentlich Zunder. Es wurde gemotzt, geätzt, belehrt. Endlich mal was anderes als die ewige Triell-Tristesse. Definitiv spannender, als Wasser beim Kochen zuzuschauen.

Von Sylvie-Sophie Schindler

Müssen die Deutschen den Autoschlüssel wegwerfen? Wo rasseln die Säbel? Hat hier irgendwer ein Russland-Faible? Lacht die Welt über Deutschlands Klimapläne? Es ging hoch her beim ARD-Live-Vierkampf am Montagabend – einen Tag nach dem TV-Triell der Bundeskanzlerkandidaten. 75 Minuten lieferten die Spitzenkandidaten der derzeitigen Oppositionsparteien FDP, Linke und AfD ihre Statements zu Themen wie unter anderem Nato-Bündnis, Rente, Klimaschutz, Steuer- und Bildungspolitik.

Vierkampf-Konzept hat einen Logikfehler

Auch die CSU war als sogenannte „kleinere Partei“ mit einem Vertreter eingeladen. Man nimmt das vielleicht so selbstverständlich hin, aber man kann es auch kritisieren. Selbst wenn die CSU von allen vieren die größte Partei ist, gemessen an den Mitgliederzahlen, darf gefragt werden: Warum ausgerechnet die CSU, die nur in Bayern gewählt werden kann und wo am Vorabend ohnehin Unionspolitiker Armin Laschet im Schlagabtausch-Rennen war – die CSU trägt um die 20 Prozent zum Gesamtergebnis der Union bei den Bundestagswahlen bei. Auch wenn bekanntermaßen zwischen den Schwesterparteien nicht immer Einigkeit herrscht – siehe erweiterte Mütterrente –, hat das Vierkampf-Konzept hier einen gewissen Logikfehler. Oder anders: Man hätte konsequenterweise zu einem ausschließlichen Oppositions-Triell einladen sollen…