Ziel des Treffens unter dem Dach der Vereinten Nationen ist, den Hunger in dem zentralasiatischen Land zu bekämpfen und das öffentliche Leben vor dem Zusammenbruch zu bewahren. UN-Hilfsorganisationen haben einen Finanzbedarf von 606 Millionen Dollar (513 Millionen Euro) bis Dezember angemeldet. Die internationale Gemeinschaft müsse dringend Hilfe im Land leisten, dabei aber berücksichtigen, „dass die Bereitstellung solcher Unterstützung in Achtung und Schutz der Menschenrechte verankert sein“ müsse, betonte UN-Menschenrechtskommissarin Michelle Bachelet zum Sitzungsauftakt in Genf.

USA fordern schriftliche Garantien

Die Vereinigten Staaten haben auf der UN-Konferenz von den in Afghanistan herrschenden Taliban schriftliche Verpflichtungen im Zusammenhang mit humanitärer Hilfe gefordert. Es gehe dabei um die Rechte von Hilfsorganisationen, Frauen und Minderheiten, sagte die UN-Botschafterin Washingtons, Linda Thomas-Greenfield, in Genf. „Worte reichen nicht. Wir müssen Taten sehen.“

Die Taliban sind in Afghanistan seit Mitte August wieder an der Macht. Die internationalen Truppen haben das Land nach annähernd 20-jährigem Einsatz nahezu vollständig wieder verlassen.

Außenminister Heiko Maas spricht von „einer reinen Nothilfe“ für Afghanistan (Archivbild)

Bundesaußenminister Maas versprach, die humanitäre Hilfe in Afghanistan fortzusetzen und zu verstärken. „Nach 20-jährigem Engagement sind die internationale Gemeinschaft und besonders Deutschland moralisch dazu verpflichtet, die afghanische Bevölkerung weiter zu unterstützen.“ Aktuell habe die Bundesrepublik ihre finanzielle Unterstützung bereits um 100 Millionen Euro aufgestockt. Zukünftig seien sogar weitere 500 Millionen Euro für Afghanistan und die Nachbarstaaten eingeplant, berichtete der Außenminister. Mit letzteren erarbeite die EU derzeit eine neue Vereinbarung, um ihre Widerstandskraft gegenüber extremistischen Kräften zu erhöhen.

Die USA versprachen ihrerseits umgerechnet 54 Millionen…