Meinung

Zweites Triell zur Bundestagswahl
Pannen im Studio, hektische Moderation – das war kein guter Abend für ARD und ZDF

Machten bei der Moderation des Triells nicht immer den besten Eindruck: ARD-Chefredakteur Oliver Köhr und ZDF-Polittalkerin Maybrit Illner

© Michael Kappeler / DPA

von Volker Königkrämer
13.09.2021, 12:45 Uhr

Die TV-Debatte vor der Bundestagswahl gehört traditionell zum öffentlich-rechtlichen Hoheitsgebiet. Umso erstaunlicher, dass man bei ARD und ZDF beim zweiten Triell nicht wirklich in der ersten Reihe saß.

Es ist noch nicht so lange her, da warben die beiden öffentlich-rechtlichen TV-Systeme in Deutschland mit dem Slogan: „Bei ARD und ZDF sitzen Sie in der ersten Reihe“. Auch wenn der Claim mitunter verhöhnt wurde („Bei ARD und ZDF reihern Sie auf die ersten Sitze“): Zumindest in Sachen Nachrichten- und Informationskompetenz gelten die beiden Dickschiffe nach wie vor als Platzhirsch. Hier gehen die Bundeskanzler hin, wenn Sie eine Botschaft zu verkünden haben, so wie Angela Merkel zuletzt im Frühjahr 2020, als sie vor der Bedrohung durch die Coronapandemie warnte („Die Lage ist ernst. Nehmen Sie sie auch ernst“). Und auch das Rede-Duell bzw. inzwischen -Triell gehörte in der Vergangenheit schon aus Gewohnheit zum Hoheitsgebiet von ARD und ZDF.

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