Konjunktur
Großhandelspreise mit stärkstem Anstieg seit 1974

Container auf einem Containerschiff im Hafen von Hamburg. Foto: Marcus Brandt/dpa

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Lieferprobleme im Welthandel und steigende Rohstoffpreise machen viele Produkte im Großhandel teurer. Die Verbraucher müssen beim Einkauf mit höheren Preisen rechnen.

Der Preisauftrieb in Deutschland bleibt hoch. Im August stiegen die Großhandelspreise gegenüber dem Vorjahr um 12,3 Prozent, teilt das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit.

Das war der stärkste Anstieg seit Oktober 1974, als die Großhandelspreise im Zuge der ersten Ölkrise noch etwas stärker gestiegen waren. Im Juli 2021 hatte der Anstieg 11,3 Prozent und im Juni 10,7 Prozent betragen.

Die Statistiker nennen zwei Gründe für den hohen Preisauftrieb auf Großhandelsebene. Zum einen steigen die Preise für viele Rohstoffe und Vorprodukte derzeit stark an. Dieser Effekt geht zurück auf zahlreiche Lieferschwierigkeiten im Welthandel, die überwiegend mit der Corona-Pandemie in Verbindung stehen. Zum anderen verweist das Bundesamt auf einen statistischen Basiseffekt durch das sehr niedrige Preisniveau vor einem Jahr. Dies war eine Folge des schweren konjunkturellen Corona-Einbruchs im Jahr 2020.

Der Großhandel ist eine von mehreren Ebenen in Deutschland, auf denen sich das allgemeine Preisniveau bildet. In Deutschland waren die Verbraucherpreise zuletzt so stark gestiegen wie seit knapp 28 Jahren nicht mehr. Entscheidend für die Entwicklung der Verbraucherpreise sind neben den Preisen für nach Deutschland eingeführte Güter auch diejenigen Preise, die Hersteller direkt für ihre Produkte erhalten.

Einen deutlichen Anstieg gab es hier zuletzt etwa in der Landwirtschaft. Die Erzeugerpreise bei Agrarprodukten waren im Juli 2021 um 9 Prozent höher als im Juli 2020, wie das…