Gesundheit
RKI: Wirksamkeit der Grippe-Impfstoffe schwer abzuschätzen

Lothar Wieler, Präsident des Robert-Koch-Instituts. Foto: Wolfgang Kumm/dpa

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RKI-Präsident Lothar Wieler kann die Wirksamkeit der Grippe-Impfstoffe diesmal nur schwer abzuschätzen. Ist mit einem deutlicher Anstieg von Atemwegsinfektionen im kommenden Herbst und Winter zu rechnen?

Die Wirksamkeit der Grippe-Impfstoffe für die anstehende Saison lässt sich dem Präsidenten des Robert Koch-Instituts (RKI) zufolge kaum abschätzen.

«Die Datenbasis, auf der der Impfstoff erarbeitet wurde, ist nicht so gut wie die Datenbasis der Vorjahre», sagte Lothar Wieler zum Start der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie (DGHM).

In jeder Influenza-Saison kursieren andere Virusvarianten, daher müssen Impfstoffe jährlich angepasst werden. Grundlage bildet ein weltweites Netzwerk von Überwachungsstellen, mit der die um den Globus laufende Grippewelle verfolgt und analysiert wird. Wegen der Corona-Pandemie sei aber zum einen ein Teil dieses Systems zusammengebrochen, erklärte Wieler. Zum anderen habe es im Zuge der Schutzmaßnahmen vielfach weit weniger Influenza-Fälle gegeben, auch das mache Rückschlüsse auf die in dieser Saison am stärksten kursierenden Grippestämme schwierig.

Für Deutschland hatte das RKI im vergangenen Winter mit nur einigen Hundert im Labor bestätigten Fällen die wohl schwächste Grippe-Saison seit Jahrzehnten erfasst – im Jahr davor waren es noch mehr als 180.000 Fälle. Nach Definition der Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) am RKI wurden nicht einmal die Kriterien für den Beginn einer Grippewelle erfüllt, wie es hieß. «Es hat in dieser Saison überhaupt keine Grippewelle gegeben.» Auch die meisten anderen Länder der Nordhalbkugel blieben demnach von der Welle verschont.

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