Rettung aus Afghanistan
110 Passagiere an Bord der ersten zivilen Evakuierungsmaschine aus Kabul – auch 15 Deutsche ausgeflogen

Am Dienstag hob der erste Linienflug aus Kabul ab. Es war der erste große Transport dieser Art, seitdem die US-amerikanischen und ausländischen Streitkräfte ihren Rückzug abgeschlossen haben

© Bernat Armangue/AP / DPA

Mit dem Abzug der US-Truppen aus Afghanistan endete auch die internationale Luftbrücke, über die 123.000 Menschen aus Afghanistan evakuiert wurden. Nun hat die erste zivile Maschine nach der Machtergreifung der Taliban 110 Menschen außer Landes gebracht. Geht die Evakuierung also doch weiter?

An Bord der ersten zivilen Evakuierungsmaschine aus Afghanistan seit dem Abzug der US-Truppen sind rund 110 Ausländer außer Landes gebracht worden – darunter auch 15 deutsche Staatsbürger. Wie das Auswärtige Amt am Donnerstagabend in Berlin mitteilte, handelte es sich vor allem um Frauen und Kinder. „Die Möglichkeit zur Ausreise bot sich sehr kurzfristig“, hieß es weiter. An Bord der Boeing 777 waren auch US-Bürger, Kanadier und Ukrainer, wie die Nachrichtenagentur AFP von einer mit der Mission vertrauten Quelle erfuhr.

Die Passagiere verließen am Donnerstag in Doha die in Kabul gestartete Maschine der katarischen Fluggesellschaft Qatar Airways, wie AFP-Reporter beobachteten. Sie würden dort in einem Zentrum für afghanische Flüchtlinge untergebracht, wie AFP erfuhr. Zunächst war von rund 200 Passagieren die Rede gewesen. Später wurde in mit dem Vorgang vertrauten Kreisen von „etwa 113“ Passagieren gesprochen.

„Ich habe meiner Familie nicht gesagt, dass ich gehe, aber ich habe ihnen heute Morgen um 07.00 Uhr eine Nachricht hinterlassen“, sagte die 45-Jährige Leena Asisi bei ihrer Ankunft in Doha. „Es tut mir nicht nur für meine Familie leid, sondern für viele Menschen. Wir müssen hoffnungsvoll bleiben“, fügte sie hinzu.