Sie nennen sich BTS, Blackpink, EXO, TXT und TWICE und sind zu Idolen einer ganzen Generation geworden. Und das weltweit. Die digitale Strategie der Musiklabels, die hinter den sorgfältig gecasteten androgynen Girl- und Boygroups stehen, haben dem K-Pop-Hype ausgerechnet in Pandemie-Zeiten einen Boost verliehen. Einige ihrer Videos haben über eine Milliarde Views. Ihre Online-Community ist eine der aktivsten der Welt. Kürzlich feierte Twitter sein zehnjähriges #kpop-Hashtag-Jubiläum.

#kpopyasaklanmasın – #KPopsollnichtverbotenwerden

Auch die Jugend der Türkei ist Teil dieser globalen Fangemeinschaft. Sie ist weltweit auf Platz 12, was die Anzahl der abgesetzten K-Pop-Tweets angeht. Hier trendet derzeit vor allem ein Hashtag: #kpopyasaklanmasın – #KPopsollnichtverbotenwerden. Aus sicherer Quelle wollen bestürzte Fans wissen, dass K-Pop ab Mitte September in der Türkei verboten werden soll. Wahrheit, reine Panikmache oder gar der Versuch, Stimmung gegen die Regierung zu machen?

Die Ursprünge dieses Gerüchts sind nebelig. Zuerst erschien ein Artikel, demzufolge drei Mädchen angeblich von zuhause ausreißen wollten, um nach Südkorea zu reisen. Ein koreanischer Film habe sie dazu inspiriert. Später sagte der Vater von einem der Mädchen, koreanische Filme schaue seine Tochter zwar gerne, aber nach Korea habe sie nie gewollt.

Kurz darauf erschien ein weiterer Artikel, der erklärte, das Familienministerium untersuche, inwieweit K-Pop Jugendliche von ihren Familien entferne und sie zu einem geschlechtslosen Leben ermutige.

Debatte offenbart gespaltene Gesellschaft der Ära Erdoğan  

Schließlich meldete sich die Ministerin für Familie und Soziales, Derya Yanık, zu Wort. In einem Interview mit dem türkischen Fernsehsender NTV erklärte sie: „Wir untersuchen alles, was im Bereich der Populärkultur produziert wird, was Kinder interessieren und was sie negativ beeinflussen könnte. Alles, wovon wir denken, dass es Kindern schaden könnte.“ Verbieten könnten…