Geschichte
Weltweiter Sklavenhandel – die dunkle Seite der Wikinger

In der Serie sind die Sklaven nur eine Randerscheinung.

© Vikings

von Gernot Kramper
09.09.2021, 16:31 Uhr

Wikinger gelten als wildes, aber als freiheitsliebendes Volk, das dem Feudaladel und dem Christentum widerstand. Dabei wird vergessen, dass sie notorische Sklavenhändler waren und ihre Raubzüge vor allem dazu dienten, junge Frauen und Männer zu verschleppen.

Wikinger sind „in“. Über 93 Folgen hinweg feierte die Serie „Vikings“ weltweit Erfolge. Die rauen Nordmänner bieten mehr Identifikationsmöglichkeiten als andere historische Epochen. Am wichtigsten: Es gibt nicht nur Nordmänner, bei den Wikingern griffen auch Frauen als Schild-Maid zu Axt und Bogen (Lesen Sie hierzu: „Wikinger-Kriegerinnen – die verleugneten Amazonen aus dem Norden“).

Das passt weit besser in die heutige Zeit als Ritterschinken mit züchtigen und schmachtenden Burgfräulein. Auch das Christentum hat im Fantasy-Reich gelitten, die Ausrottung der indigenen Kulturen durch fanatische Mönche, die blutige Verfolgung Andersgläubiger und die Ausrottung von angeblichen Hexen sind heute nicht mehr als Kulturfortschritt zu vermitteln. Wenn aber Odin und Freya durch den Nebel raunen, fühlt sich niemand angegriffen.

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Zumindest im Film wirkt das Wikingerleben zwar gefährlich, aber ansonsten ziemlich ideal. Es gab keine drückende Stellung von Adel und Kirche. Die Bauernfamilien waren noch frei und nicht in die Halbsklaverei der Leibeigenschaft herabgedrückt. Die Unterschiede zwischen den herrschenden Familien und ihren freien Gefolgsleuten waren noch überschaubar. Und auch Frauen, die nicht in den Krieg zogen, hatten im Norden eine starke…