Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, plädiert im Kampf gegen die vierte Pandemie-Welle für eine umfassende 2G-Regel. „Um die vierte Welle zu brechen, bevor sie dramatisch wird, sollte man jetzt bundesweit überall dort, wo es möglich ist, eine 2G-Regel einführen“, sagte Montgomery der Funke Mediengruppe. Damit würde der Zugang zu Veranstaltungen oder in der Gastronomie nur Genesenen und Geimpften erlaubt. Es werde kaum reichen, die Impfquote durch mobile Angebote zu erhöhen, so Montgomery.

Dort, wo es nicht praktikabel sei, Ungeimpfte auszuschließen, wie etwa im Öffentlichen Nahverkehr, müsse dann zumindest eine strengere 3G-Regel gelten, führte der Radiologe weiter aus. „Ungeimpfte müssten dann einen aktuellen PCR-Test vorweisen. Ein einfacher (Antigen-)Schnelltest dürfte nicht mehr ausreichen“, sagte er. Eine solche erweiterte 2G-Regel könne der nötige Anreiz sein, sich impfen zu lassen.

Der Chef des Robert-Koch-Instituts, Lothar Wieler (l.), und Gesundheitsminister Jens Spahn rufen zur Impfung auf

Die Bereitschaft, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen, stagniert in Deutschland – die Infektionszahlen steigen. Bislang sind etwa 62 Prozent der Bevölkerung vollständig gegen COVID-19 geimpft. Aus Sicht der Bundesregierung und des Robert-Koch-Instituts (RKI) reicht dies bei weitem nicht aus, um die Pandemie in den Griff zu bekommen. Gesundheitsminister Jens Spahn sprach am Mittwoch von einer „Pandemie der Ungeimpften“. Die meisten COVID-19-Patienten auf Intensivstationen seien Ungeimpfte, sagte er.

Die Sieben-Tage-Inzidenz der Neuinfektionen stieg an diesem Donnerstag leicht auf 83,5. Vor einer Woche lag sie bei 76,9. Deutschlandweit wurden binnen 24 Stunden 50 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus registriert. Vor einer Woche lag der Wert bei 33. 

2G in Hamburg und Baden-Württemberg

Als erstes Bundesland hatte Hamburg im August das 2G-Optionsmodell eingeführt. Das bedeutet, private Anbieter, wie Wirte und…