70 Prozent Energiegewinn
Mit Lasern zum Sonnen-Reaktor: Experiment bringt Durchbruch bei der Kernfusion

Eine Berylium-Kugel, die von Lasern beschossen wurde, war 2010 einer der ersten Versuche der 
National Ignition Facility, um die Kernfusion auszulösen

© LLNL/ / Picture Alliance

Endlose Energie ohne Umweltverschmutzung, nach dem Prinzip der Sonne – das ist das Versprechen der Kernfusion. Doch trotz jahrzehntelanger Forschung erscheint die Technologie weit weg. Bei einem aktuellen Experiment ist nun ein Durchbruch gelungen.

Angesichts der zunehmenden Probleme durch den Klimawandel erscheint der Traum der Kernfusion attraktiver denn je: Wie die Sonne sollen Fusionsreaktoren irgendwann endlose Energie liefern, ohne die Umwelt mit Schadstoffen zu belasten. Doch wie genau das gelingen soll, ist nach wie vor offen. Ein aktuelles Experiment liefert nun neue Hoffnung.

Die Forschungsgemeinde ist begeistert von dem, was in der National Ignition Facilty – übersetzt etwa die nationale Zündungsanlage – mit einer Barrage von Lasern gelang. Normalerweise würden sich die Wissenschaftler nicht zu Experimenten äußern, bevor die nicht als Studie veröffentlicht wurden, erklärte der stellvertretende Projektleiter Mark Hermann gegenüber der „New York Times“. „Doch das hat sich verbreitet wie ein Flächenbrand.“

Ein Durchbruch – aber nur ein kleiner

Was war passiert? Die Forscher des NIF hatten mit 192 Laserstrahlen ein winziges Stück Wasserstoff dem Erdboden gleich gemacht – und dabei einen hochenergetischen Stoß erzeugt. Das Spektakuläre dieses Experiments: Man hatte sich durch Optimierungen eine Vergrößerung der Energiemenge um den Faktor drei erhofft. Doch stattdessen hatte man achtmal so viel Energie erzeugt wie vorher.

„Ich bin extrem begeistert“, erklärte der Wissenschaftler Siegfried Glenzer vom SLAC National Accelerator Laboratory…