Afghanistan
Enttäuscht Peking die Hoffnungen der Taliban?

Chinas Außenminister Wang Yi (r) neben einem Führer der Taliban. Foto: Li Ran/XinHua/dpa

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Die Taliban sprechen von ihren «Freunden» in China. Zwar tritt Peking in das Machtvakuum, das die USA hinterlassen haben. Aber Investitionen erfordern Sicherheit – ein schwieriges Thema in Afghanistan.

Die Hoffnungen der Taliban auf baldige wirtschaftliche Hilfe aus China zum Wiederaufbau Afghanistans könnten enttäuscht werden.

Nach ihrer Machtübernahme in Kabul setzen die militanten Islamisten auf den großen Nachbarn, der die «Gotteskrieger» schon früh als die neuen Herrscher des Landes diplomatisch aufgewertet hatte. «China ist unser wichtigster Partner und bedeutet für uns eine grundlegende und außergewöhnliche Chance, denn es ist bereit, zu investieren und unser Land neu aufzubauen», sagte ihr Sprecher Sabiullah Mudschahid der italienischen Tageszeitung «La Repubblica».

Mit Chinas Hilfe planen die Taliban ein Comeback des schwer angeschlagenen Afghanistans. In dem Land gebe es «reiche Kupferminen, die dank der Chinesen wieder in Betrieb genommen und modernisiert werden können», sagte der Sprecher. Der Wert der Bodenschätze in Afghanistan wird tatsächlich auf eine Billion US-Dollar geschätzt. Nur fehlt es an Investitionen und Infrastruktur, um den Reichtum auch zu bergen – vor allem aber mangelt es an der nötigen Sicherheit.

Erstmal verspricht Peking nur humanitäre Nothilfe und Impfstoffe gegen die Pandemie in einem Wert von 200 Millionen Yuan, umgerechnet 26 Millionen Euro. China ist diplomatisch aktiv, das von den USA nach ihrem Rückzug hinterlassene Machtvakuum auszufüllen. Außenminister Wang Yi spricht mit den Nachbarländern. Afghanistan ist am Donnerstag auch wichtiges Thema des Brics-Gipfels mit Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping, Russlands Wladimir…