Mit Vertretern von zehn Ländern, darunter Kamerun, der Tschad, die Republik Kongo und die Demokratische Republik Kongo, vereinbarte Bundesentwicklungsminister Gerd Müller auf der Tropenwald-Konferenz in Berlin verstärkte Schutzmaßnahmen für den zweitgrößten Regenwald der Erde. Müller forderte zudem einen „New Deal“ für den Waldschutz.

Brandrodung stoppen

„Wir müssen Brandrodung und Waldzerstörung sofort stoppen“, sagte der Minister. Er machte darauf aufmerksam, dass die Zerstörung der Regenwälder durch Brandrodung – etwa im Amazonas, in Indonesien, oder im Kongo-Becken – elf Prozent der weltweiten CO2-Emissionen ausmache.

Ein gerodeter Wald nahe Kisangani im Kongo – der Regenwald soll mit dem Abkommen geschützt werden

Das Kongobecken ist nach dem Amazonas-Regenwald der zweitgrößte Tropenwald. Experten schätzen jedoch, dass im Kongobecken bis 2100 kein Regenwald mehr übrig sein wird. Deutschland unterstütze den Prozess zum Schutz des afrikanischen Regenwaldes über die zentralafrikanische Waldinitiative CAFI, sagte Müller. Ziel sei es, 127 Millionen Hektar Wald bis 2030 zu schützen und wiederherzustellen – „das ist die dreifache Größe Deutschlands“.

Indigene Bevölkerung einbinden

Zu den Schutzmaßnahmen gehören laut Müller transparente Lieferketten für Holz aus der Region und wirtschaftliche Alternativen für die Menschen. Außerdem werde die indigene Bevölkerung eng eingebunden, die als „Hüter der Wälder“ gelte.

Entwicklungsminister Gerd Müller fordert unter anderem transparente Lieferketten für Holz (Archivbild)

Das Entwicklungsministerium hat derzeit die rotierende Präsidentschaft der Kongobeckenwald-Partnerschaft inne. Am Dienstag unterzeichneten die teilnehmenden afrikanischen Anrainer-Staaten des Kongobeckens die Deklaration zum Schutz des Regenwaldes. Im Gegenzug zu mehr Anstrengungen der Länder verpflichten sich Staaten wie Deutschland darin zu verstärkter Unterstützung der Tropenwaldnationen in Zentralafrika.