Jewgeni Sinitschew sei bei einer Übung zum Schutz der Arktis in Sibirien gestorben, teilte sein Ministerium in Moskau mit. Der 55-Jährige, der einst als Personenschützer von Präsident Wladimir Putin gearbeitet hatte, wollte demnach das Leben eines anderen Menschen retten und kam dabei selbst „auf tragische Weise“ ums Leben.

Nach Erklärung des Katastrophenschutzministeriums, die von russischen Nachrichtenagenturen verbreitet wurde, hatte Sinitschew in Norilsk unweit des Nordpolarmeers vergeblich versucht, den 63-jährigen Filmemacher Alexander Melnik zu retten. Melnik, der mehrere Filme in der Arktis gedreht hat, kam bei dem Unfall ebenfalls ums Leben.

Die Chefredakteurin des Senders RT, Margarita Simonjan, berichtete, Sinitschew habe mit Melnik auf einer Klippe gestanden. Melnik sei ausgerutscht und ins Wasser gestürzt, schrieb Simonjan im Messengerdienst Telegram. Sinitschew sei dem Mann hinterhergesprungen und auf einen Felsen gefallen. Sinitschew habe sich „ohne eine Sekunde lang nachzudenken“ nicht wie ein Minister, sondern „wie ein Retter“ verhalten, sagte sein Stellvertreter Andrej Gurowitsch im russischen Fernsehen. Die Nachrichtenagentur dpa zitiert demgegenüber Medienberichte, wonach der Regisseur, der im Auftrag des Ministeriums einen Schulungsfilm drehen sollte, von einer Klippe in den Tod stürzte. Dabei habe er Sinitschew mit sich in die Tiefe gerissen.

Putin kondoliert

Präsident Putin sprach Sinitschews Angehörigen sein Beileid aus. „Der Präsident und der Katastrophenschutzminister haben viele Jahre lange zusammengearbeitet“, hieß es in der Erklärung des Kremls.

Sinitschew war seit Mai 2018 Minister für Katastrophenschutz und gehörte auch dem russischen Sicherheitsrat an. In den letzten Jahren der Sowjetunion hatte Sinitschew beim Geheimdienst KGB gearbeitet, von 2006 bis 2015 war er bei Putins Personenschutz beschäftigt. Danach war er Vizechef des Inlandsgeheimdienstes FSB und kurzzeitig Gouverneur der Exklave Kaliningrad.

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