Mehr als 80 prominente Kulturschaffende aus Deutschland haben einen offenen Brief an die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien Monika Grütters unterschrieben. Sie fordern, die Politikerin solle sich persönlich für Künstler und Künstlerinnen in Afghanistan einsetzen – nicht nur mit Worten, sondern mit konkreten Taten.

„Tausende afghanische Aktivisten, Journalisten und Kulturschaffende, unter ihnen Filmemacher, Fotografen, Autoren, Künstler und Theaterleute, haben in den letzten 20 Jahren dazu beigetragen, die afghanische Zivilgesellschaft aufzubauen“, erklären die Unterzeichner. „Wir dürfen sie nicht im Stich lassen!“

Mitunter seien die afghanischen Künstler von westlichen Institutionen ausgebildet oder gefördert worden, heißt es weiter im Brief. „Jetzt, nach dem Abzug der westlichen Truppen und der Machtübernahme der Taliban, sind diese Frauen und Männer in akuter Lebensgefahr und von islamistischen Repressionen und Terror bedroht.“ Die Forderungen, die am Dienstag als Anzeige in der Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) veröffentlicht wurden, adressieren Grütters direkt: „Machen Sie es zu Ihrer Sache, eine deutsche Schutzzusage auch für diesen Personenkreis auszusprechen.“

Berühmte Unterstützer

Eine Vielzahl prominenter Kulturschaffender stehen als Unterzeichner des offenen Briefs, darunter der Dirigent Daniel Barenboim , die Berlinale-Direktoren Carlo Chatrian und Mariette Rissenbeek , die Filmemacher Volker Schlöndorff  und Wim Wenders , sowie der Fotograf Wolfgang Tillmans.

Am Dienstag hatten die Taliban erste Mitglieder ihrer Übergangsregierung vorgestellt und zudem das Frauenministerium aufgelöst – nur Tage nach der gewaltsamen Niederschlagung von Protesten, die sich gegen die Einschränkungen der Frauenrechte unter den Taliban richteten.

Die Berlinale-Direktoren Carlo Chatrian und Mariette Rissenbeek sind zwei der prominenten Unterzeichner des Briefs

Staatsministerin will Mittel bereitstellen

Wie die Deutsche Presseagentur (dpa)…