In Tokio sind mit Olympia und den Paralympics gerade die größten Sportereignisse der Welt zu Ende gegangen. Nun werden die Athleten und Athletinnen gewürdigt und gefeiert, die bei den Olympischen Spielen die insgesamt 1.080 und bei den Paralympics die insgesamt 1.661 Medaillen gewonnen haben. Aber was passiert nach dem Triumph?

Das Beispiel der ehemaligen syrische Siebenkämpferin und Ghada Shouaa zeigt aber, dass nicht jeder Olympia-Medaille eine märchenhafte Geschichte folgt. Die Goldmedaillengewinnerin der Spiele 1996 in Atlanta sprach mit der DW über ihre ganz persönliche olympische Geschichte und ihren großen Wunsch, dass Sportlerinnen in der arabischen Welt mehr Anerkennung erhalten.

Von der Nummer 1 zur Dauerverletzten

Ghada Shouaa (Mitte) schreibt Geschichte, als sie 1996 in Atlanta Gold gewinnt

Die Olympia-Geschichte von Ghada Shouaa beginnt mit einem 25. Platz im Siebenkampf bei ihren ersten Spielen 1992 in Barcelona. 1996 dann die Körnung in Atlanta: Gold! Die erste und bis heute einzige olympische Goldmedaille des syrischen Sports. Schon bei den Weltmeisterschaften im schwedischen Göteborg ein Jahr zuvor hatte sie triumphiert und Gold gewonnen. Insgesamt war Shouaa zwei Jahre lang die Nummer 1 der Welt bei den Siebenkämpferinnen.

Doch die Freude darüber währte nicht lange. Verletzungen warfen sie im Kampf um weitere Erfolge immer wieder zurück. Shouaa zog nach Deutschland, um sich von einem Spezialisten wegen einer schweren Rückenverletzung behandeln zu lassen. Bei ihrer Rückkehr auf die WM-Bühne im Jahr 1999 in Sevilla gewinnt sie Bronze, ein Jahr später bei den Sommerspielen 2000 in Sydney wird sie jedoch erneut von Verletzungen geplagt. Doch der Kampf mit dem eigenen Körper war nicht ihr einziger: „Alles begann in Sydney. Als ich danach nicht nach Syrien zurückkehren konnte, musste ich meine Behandlung in Deutschland fortsetzen“, erzählt Shouaa. „Die Mitarbeiter der Sportbehörden starteten eine Hetzkampagne und…