Nach dem umstrittenen Abbruch des WM-Qualifikationsspiels zwischen Brasilien und Argentinien in Sao Paulo durch die Gesundheitsbehörde Anvisa am vergangenen Sonntag schlagen in beiden Ländern die Emotionen hoch. Die Meinungen aus sportlicher, wissenschaftlicher und politischer Sicht gehen auseinander. „Ich fand es sehr beschämend, alle haben auf dieses Spiel gewartet“, sagt Brasiliens Ex-Nationalspieler Beto im Gespräch mit DW Online.

„Für mich war es eine große Verantwortungslosigkeit, ein solches Spiel in einer WM-Qualifikation abzubrechen.“. Die Behörden hätten bereits vorher eingreifen müssen, um ein solches Szenario zu verhindern, ist der ehemalige Spieler des SSC Neapel und von Flamengo aus Rio de Janeiro überzeugt. Die Argentinier wiederum hätten es nicht so weit kommen lassen dürfen, dass Spieler eingesetzt werden, von denen unklar war, ob sie überhaupt dabei sein dürfen. „Wenn sie einen Fehler gemacht haben, müssen sie dafür gerade stehen“, so Beto.

Messi kritisiert Vorgehen der Behörde

Argentiniens Superstar Lionel Messi hingegen warf den brasilianischen Behörden vor, mit falschen Karten gespielt zu haben: „Nein, sie haben uns nicht Bescheid gesagt“, sagte Messi. „Sie hätten am ersten Tag kommen sollen und nicht so.“ Aus Sicht des argentinischen Mannschaftskapitäns hat Argentinien nicht falsch gemacht, obwohl es eindeutig ist, dass der argentinische Verband offenbar die Einreisebestimmungen ignorierte.

Mitarbeiter der Behörde Anvisa hatten das WM-Qualifikationsspiel  unterbrochen, weil vier argentinische Nationalspieler gegen die Corona-Einreisevorschriften in Brasilien verstoßen hätten. Konkret handelte es sich um die Profis aus der englischen Premiere-League: Emiliano Buendia, Emiliano Martinez (beide Aston Villa) sowie Cristian Romero und Giovani Lo Celso (beide Tottenham). Anvisa erklärte auf Anfrage von DW, die argentinische Delegation sei im Vorfeld des Spiels bereits aufgefordert worden, die betreffenden Spieler zu isolieren und unter…