von Andrea Zschocher
07.09.2021, 06:29 Uhr

In der ARD-„Wahlarena“ stellte sich Annalena Baerbock den Fragen der Bürgerinnen und Bürger. Dabei ging es viel um persönliche Sorgen, die nur wenig mit der Allgemeinheit zu tun haben.

„Wir sind das Original“, schickte der NDR-Chefredakteur Andreas Cichowicz, am ersten „Wahlarena“-Abend voraus, bevor er zusammen mit WDR-Chefredakteurin Ellen Ehni durch die Sendung führte. Die Aufgabe des Moderatoren-Duos bestand vor allem darin, aus den 65 anwesenden Menschen und den fünf per Videoscreen zugeschalteten Personen auszuwählen, wer eine Frage an die Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock stellen durfte. Scheinbar kannten die beiden die Fragen aber auch nicht. Sonst hätte vielleicht jemand im Vorfeld darauf einwirken können, dass die Fragen zum einen kurz gehalten werden, zum anderen nicht nur persönliche Themen in erschöpfender Länge diskutiert werden sollten.

Ja zu Tempolimit 130

Ein Mann der im Vertrieb tätig ist, wollte von Baerbock wissen, ob sie als Kanzlerin am 130er Tempolimit festhalten wird. „Ja, das ist was, wofür ich mich stark machen werde“, kam es wie aus der Pistole geschossen. Natürlich folgten dann einige Worthülsen, aber die Antwort war klar. Der Mann war damit aber nicht zufrieden, argumentierte eher fragwürdig, dass es ja kein Tempolimit bräuchte, weil ab 2030, wenn nur noch E-Autos zugelassen werden sollen, schon deswegen ein Tempolimit herrschen würde, weil die Autos nicht so leistungsfähig sind. Von der Grünen-Politikerin auf das eigene Fahrverhalten angesprochen, stellte der Vertriebsmitarbeiter dann noch klar, dass er untertags eh oft im Stau stehen würde. Aber die Freiheit nachts um 3 Uhr mit unbegrenzter Geschwindigkeit über die Autobahn zu brettern, die wolle er sich eben nicht nehmen lassen. Das war nur ein Moment von vielen, bei denen man sich an diesem Wahlkampfabend fragen konnte, was der einem als zuschauende Person…