Letzte Rede im Bundestag
Ungewöhnlich offensiv: Merkel wirbt für Laschet und warnt vor Rot-Grün-Rot

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) spricht im Plenum im Deutschen Bundestag

© Michael Kappeler / DPA

Ungewöhnlich klare Wahlkampfäußerungen von Angela Merkel bei ihrer wohl letzten Bundestagsrede: Die Kanzlerin warb eindringlich für die Union und Armin Laschet und attackierte Olaf Scholz. Der SPD-Kanzlerkandidat wehrte sich.

In ihrer mutmaßlich letzten Rede im Bundestag hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) offensiv dafür geworben, den Unions-Kanzlerkandidaten Armin Laschet zu ihrem Nachfolger zu küren. „Der beste Weg für unser Land ist eine CDU/CSU-geführte Bundesregierung mit Armin Laschet als Bundeskanzler“, sagte sie am Dienstag. „Denn seine Regierung wird für Stabilität, Verlässlichkeit, Maß und Mitte stehen. Das ist genau das, was Deutschland braucht.“

Merkel betonte, die Bundestagswahl sei eine „Richtungsentscheidung“ für Deutschland „in schwierigsten Zeiten“.  „Es ist nicht egal, wer dieses Land regiert.“ Die Bürger hätten die Wahl: Entweder werde es eine Regierung mit SPD und Grünen geben, die eine Unterstützung durch die Linke „in Kauf nimmt“ oder zumindest nicht ausschließe. Oder es werde eine von Laschet geführte Regierung geben, „die mit Maß und Mitte unser Land in die Zukunft führt“.

Merkel attackiert Olaf Scholz

Merkels Wahlkampfäußerungen wurden mit zahlreichen lauten Zwischenrufen quittiert. Unter anderem war der Ausruf „Schämen Sie sich“ zu hören. Die Kanzlerin verteidigte ihre ungewöhnlich klaren Wahlkampfäußerungen: „Meine Güte, was für eine Aufregung, ich bin seit 30 Jahren, über 30 Jahren Mitglied dieses Deutschen Bundestages und ich weiß nicht, wo wenn nicht hier, solche Fragen diskutiert werden müssen, das ist die Herzkammer der Demokratie und hier wird genau das diskutiert.“