Westafrika
Putsch in Guinea: Militärjunta will Macht festigen

Das Videostandbild zeigt Soldaten in der Nähe des Präsidentenpalastes in Guinea. Foto: Uncredited/AP/dpa

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Im westafrikanischen Guinea ist Langzeitpräsident Alpha Condé durch einen Militärputsch abgesetzt worden. Die Junta versucht nun, ihre Macht zu festigen. Die Opposition feiert.

Die Anführer eines Militärputsches im westafrikanischen Guinea haben Regierungsmitgliedern am Montag untersagt, das Land zu verlassen.

Die Mitglieder des Kabinetts, die einen Tag nach der Absetzung von Präsident Alpha Condé zusammengerufen wurden, sollten ihre Reisepässe und Dienstfahrzeuge abgeben, sagte der Anführer des Umsturzes, Mamady Doumbouya, in der Hauptstadt Conakry.

Doumbouya, der Befehlshaber einer von Condé geschaffenen Elite-Militäreinheit, hob außerdem einen am Sonntag verhängten Stopp des Luftverkehrs sowie eine Ausgangssperre in Bergbaugebieten auf. Guinea ist einer der weltweit größten Lieferanten von Bauxit, einem Erz, das zur Herstellung von Aluminium verwendet wird. Das rund 13 Millionen Einwohner starke Land, das ungefähr so groß ist wie Großbritannien und im Westen des Kontinents an den Atlantischen Ozean grenzt, beliefert alle wichtigen Weltmärkte, mit China einer seiner größten Abnehmer.

Im Anschluss an die Sitzung fuhr Doumbouya in einem Militärkonvoy zum Zentralgefängnis Siruté in der Hauptstadt und veranlasste die Freilassung von vier Oppositionspolitikern, wie ein dpa-Reporter vor Ort berichtete. «Die anderen werden später befreit», sagte der Putschistenführer mit Blick auf Tausende von Oppositionsmitgliedern, die unter Präsident Condé verhaftet worden waren.

Hunderte von Anhängern der Opposition feierten den Sturz Condés in den Straßen der Hauptstadt. Menschen tanzten am Straßenrand, hielten Fäuste als…