Spanische Melodien in einer lauen Sommernacht: Mit einem einem solchen Konzert konnten die Veranstalter zum Abschluss des Rheingau Musik Festivals nichts verkehrt machen. Die junge spanische Sologeigerin María Dueñas begeisterte das Publikum bei Pablo de Sarasates „Carmen Fantasie“ mit rasantem und präzisem Spiel. Bei ihrem Temperament verlor sogar der Geigenbogen einige Rosshaare. Begleitet wurde sie von der „Deutschen Radio Philharmonie“ unter der Leitung des finnischen Dirigenten Pietari Inkinen.

Das Rheingau Musik Festival, dessen Medienpartner die DW ist, ist mit Klassik, Pop und Jazz-Musik über mehrere Wochen hinweg eins der größten Festivals dieser Art in Europa. Erleichtert waren die Veranstalter, dass trotz Corona insgesamt mehr als 100.000 Gäste und 2800 Musiker aus dem In- und Ausland gekommen waren. „Das hätten wir uns nicht erträumt“, sagt der Geschäftsführer des Festivals, Marsilius von Ingelheim, im Gespräch mit der DW. Mit einer Auslastung von 86 Prozent sei das Festival deutlich besser gelaufen als erwartet.

Rührende Momente

Viele Musiker hatten wegen Corona eine lange Zwangspause hinter sich und waren froh wieder auf der Bühne zu sein. „Es gab ergreifende Momente. Da waren Künstler und Orchester dabei, die eineinhalb Jahre nicht aufgetreten sind“, sagte Intendant Michael Herrmann bei seiner Ansprache vor dem Konzert im Klosterhof des berühmten Kloster Eberbach.

Ein Abschlusskonzert mit viel Platz: Rund 1500 Menschen konnten auf diese Weise trotz Corona dabei sein.

Die meisten Interpreten waren zweimal an einem Tag vor halbem Publikum aufgetreten. Die Zuschauer saßen im Schachbrettmuster und viele der Konzerte fanden im Freien statt. Auf diese Weise konnten die Künstler überhaupt unter Corona-Bedingungen musizieren. „Was hier geleistet wurde bei 209 Konzerten, die vielen Hygienekonzepte, die erarbeitet wurden, das war eine riesige Aufgabe“, sagte Michael Herrmann und bedankte sich bei seinen Mitarbeitern.

Nachdem das Festival im…