Einen Tag nach dem Militärputsch im westafrikanischen Guinea haben die Machthaber die Bildung einer neuen Regierung in Aussicht gestellt. Ihr Anführer, Oberst Mamady Doumbouya, sagte einem Bericht des französischen Auslandssenders RFI, es sei geplant, eine Regierung der nationalen Einheit einzusetzen. Bis dahin würden Spitzenbeamte der Ministerien die Leitung der Behörden übernehmen.

Die Machthaber, die sich „Nationalkomitee für Versöhnung und Entwicklung“ nennen, riefen das bisherige Kabinett zu einer Sitzung in der Hauptstadt Conakry zusammen. Wer nicht erscheine, werde der Rebellion bezichtigt, hieß es. Die abgesetzten Minister mussten nach dem Bericht des Senders RFI ihre Reisedokumente und Dienstfahrzeuge abgeben. Regierungsmitgliedern wurde untersagt, das Land zu verlassen. Oberst Doumbouya erklärte demnach allerdings bei der Kabinettssitzung, es werde keine „Hexenjagd“ gegen Mitglieder der früheren Regierung geben.

Soldaten bauen einen Kontrollpunkt an einer Straße in der Hauptstadt Conakry auf

Signale an die Industrie

Zugleich versuchte der Oberst, die Wirtschaft zu beruhigen. Doumbouya versprach den Investoren, dass der jüngste Staatsstreich des Landes keine Auswirkungen auf ihre Geschäfte haben werde. Mit Blick auf die Bergbauindustrie, die das Rückgrat der Wirtschaft bildet, sagte Doumbouya, dass „die Aktivitäten im Land normal weitergehen“. Guinea werde „alle seine Verpflichtungen und Bergbauvereinbarungen einhalten“. Eine Ausgangssperre in den Bergbauregionen sei umgehend aufgehoben worden. Guinea ist einer der weltweit größten Lieferanten von Bauxit, einem Erz, das zur Herstellung von Aluminium verwendet wird. Das Land beliefert alle wichtigen Weltmärkte, China ist einer der größten Abnehmer.

Nach der Sitzung des Kabinetts fuhr Doumbouya in einem Militärkonvoy zum Zentralgefängnis Siruté in der Hauptstadt und veranlasste die Freilassung von vier Oppositionspolitikern, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur Ort berichtet. „Die anderen…