Im westafrikanischen Guinea ist ein Putschversuch von Militärs im Gange. Spezialkräfte der Armee hätten Präsident Alpha Condé gefangen genommen, bestätigte eine Quelle aus dem Präsidentenpalast der Deutschen Welle. Allerdings handele es sich bei den Putschisten nur um eine kleine Gruppe. Der Rest der Streitkräfte stehe loyal zum Staatsoberhaupt.

Auch der Eingang zur Innenstadt sei in den Händen der loyalen Kräfte. Ebenso befänden sich das Staatsfernsehen und das staatliche Radio unter der Kontrolle von Regierung und Präsidentengarde. Das Verteidigungsministerium erklärte seinerseits, ein Angriff auf den Präsidentensitz durch die Spezialeinheit sei zurückgeschlagen worden.

Staatschef in Jeans

Die Putschisten erklärten demgegenüber in einem Video, das der Nachrichtenagentur AFP zuging, weiter, die Regierung sei „aufgelöst“. Nach der Gefangennahme des Präsidenten sei beschlossen worden, die Verfassung außer Kraft zu setzen und die Institutionen aufzulösen. „Wir haben auch entschieden, die Regierung abzusetzen und die Grenzen zu schließen“, sagte ein uniformierter und bewaffneter Putschist in dem Video, das in Online-Diensten weite Verbreitung fand, aber nicht vom Staatsfernsehen veröffentlicht wurde.

In dem Video ist auch der Präsident zu sehen, der sich in der Gewalt der Putschisten befand. Condé – in Jeans und Hemd auf einem Sofa sitzend – weigerte sich darin auf die Frage der Putschisten zu antworten, ob er misshandelt worden sei.

Heftige Schusswechsel

Zuvor war gemeldet worden, im Zentrum von Conakry, der Hauptstadt Guineas, seien Soldaten aufmarschiert. Nach Berichten von Augenzeugen kam es zu stundenlangen Schusswechseln. Das Militär war vor allem auf den Straßen der Halbinsel Kaloum zu sehen, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtet.

Kurz nach dem Schusswechsel landete dieses Armee-Fahrzeug in Conakry in einem Graben

Dort befinden sich das Präsidialamt und zahlreiche Regierungsinstitutionen des westafrikanischen Landes….