Die zehn neuen Mitglieder im Deutschen Aktienindex DAX stehen nun fest. Unter den Neulingen sind der Flugzeugbauer Airbus, der Online-Händler Zalando und das Medizintechnikunternehmen Siemens Healthineers. Wie die Deutsche Börse mitteilte, rücken zudem unter anderem Porsche und Hello Fresh in den deutschen Leitindex auf. Künftig werden nun 40 statt wie bislang 30 Unternehmen dem wichtigsten deutschen Börsenbarometer angehören. Im Gegenzug wird der MDAX der mittelgroßen Werte von 60 auf 50 Titel verkleinert. Wer im DAX bleiben will, muss zudem noch strengere Regeln erfüllen. Umgesetzt wird die Reform am 20. September.

Die historischen Veränderungen des DAX gut 33 Jahre nach seinem Start hatte die Deutsche Börse im vergangenen Jahr vor dem Hintergrund des Wirecard-Desasters beschlossen. Ziel ist auch, die deutsche Wirtschaft repräsentativer abzubilden.

Experte: Auch ein DAX 50 vorstellbar 

Mancher Börsenkenner hätte sich jedoch noch weitreichendere Schritte gewünscht. „Grundsätzlich ist die DAX-Erweiterung sehr sinnvoll“, sagte der Darmstädter Wirtschaftsprofessor Dirk Schiereck der Deutschen Presse-Agentur in Frankfurt am Main. „Wenn man sich in Europa andere Aktienmärkte anschaut, sind die dortigen Leitindizes alle größer, obwohl diese Volkswirtschaften kleiner sind als die deutsche. Das allein zeigt, dass ein Index mit 30 Mitgliedern die deutsche Volkswirtschaft nicht angemessen abbildet.“ 

Der Experte für Unternehmensfinanzierung ergänzte: „Wenn es wieder mehr Börsengänge gibt und der Kurszettel deutlich anwachsen sollte, wäre 40 aber sicher nicht das Ende. Da kann man sich auch einen DAX 50 vorstellen.“

Lehren aus Wirecard- Skandal 

Unter den zehn DAX-Neulingen, die die Deutsche Börse bekanntgab, ist Airbus das Unternehmen mit dem mit Abstand größten Börsenwert. Mit dem deutsch-französischen Flugzeughersteller bekommt der deutsche Leitindex ein weiteres Schwergewicht auf dem Niveau des Autoherstellers Daimler oder des Versicherungsriesen…