Seine Bühnenpräsenz ist unverwechselbar. Freddie Mercury stellt sich vor die 70.000 Leute im Wembley-Stadion, spielt mit ihnen. Er singt etwas vor, lässt die Leute nachsingen, immer verrücktere Sachen. Am Ende sagt er lachend „Fuck you“ – und dann stimmt der Rest der Band „Under Pressure“ an. An diesem 12. Juli 1986 gehören Queen, bestehend aus Freddie Mercury (Gesang, Klavier, Gitarre), Brian May (Gitarre und Gesang), Roger Taylor (Schlagzeug und Gesang) und John Deacon (Bass), längst zu den ganz großen Superstars. Mercury ist schon längst eine Ikone. Er kann die großen Gesten, kann sich selbst inszenieren, über sich selbst lachen. Oft setzt er sich am Ende des Konzerts eine Krone auf.

Seinen Schnäuzer pflegte Mercury wie seinen Augapfel, er trennte sich nur selten von ihm

Androgyn wie David Bowie, wirkt er nicht so kalt wie sein Kollege, sondern spielt beide Seiten bis ins Groteske aus – die männliche wie die weibliche. Dazu seine Stimme, die selbst neben der von Operndiva Montserrat Caballé nicht abflacht – er beherrscht vier Oktaven. Ein Arbeitstier, perfekt in seinen pathetischen Gesten, seinen Tanzschritten, in seinem Mienenspiel, von zitternden Lippen bis hin zum durchdringenden, oftmals spöttischen Blick.

Privatleben ist tabu

Privatleben und Bühnenperson trennt Mercury strikt. Homosexualität? Von ihm ist kein Wort darüber rauszubekommen. Als ihn eine ganz gewitzte Reporterin 1985 in Rio fragt, ob der Song „I Want To Break Free“ etwas mit der Selbstbefreiung schwuler Männer zu tun habe, pariert er: „Den Song hat John Deacon geschrieben. Der Mann ist glücklich verheiratet mit vier Kindern, ich habe keine Ahnung, woher Sie sowas nehmen.“ In einem anderen Interview erzählt er, dass er eigentlich gar nicht gerne Interviews gibt. Er hasse es, mit Leuten zu reden, die er nicht kennt. Wenn Freddie Mercury aber warm wird, albert er herum und gibt witzige Antworten: „Wenn die Leute aufhören, unsere Platten zu kaufen, dann muss ich wohl Striptänzer werden…