Podcast

„Die Stunde Null“
„Wie eine Wasserleiche“: Werbeprofi bewertet die Wahlplakate der Parteien

Wahlplakate der Kanzlerkandidat*innen Olaf Scholz, Armin Laschet und Annalena Baerbock

© Arne Dedert / DPA

Der Wahlkampf ist eng, wer fährt die geschickteste Kampagne? Der bekannte Werber Thomas Strerath, Geschäftsführer bei MediaMonks und Ex-Chef bei Jung von Matt, seziert die Botschaften der Parteien.

Ein schwarz-weißer Olaf Scholz auf einem roten Hintergrund, darauf kurze Botschaften: sichere Renten, Mindestlohn 12 Euro, bezahlbares Wohnen. Plus: Scholz packt das an. „Visuell eine sehr starke Kampagne“, findet Thomas Strerath. Im Podcast „Die Stunde Null“ analysiert der Werber und Geschäftsführer von MediaMonks die Kampagnen der Parteien – und für ihn ist klar: „Die SPD hat mit Abstand die beste Kampagne“. Die Begriffe seien „einfach verständlich verpackt“, es signalisiere einen starken Führungsanspruch und so gelinge es der SPD, eine klare Nachricht zu kommunizieren. „Und das verkörpert ja auch Scholz: Er lässt sich nicht aus der Ruhe bringen.“ 

Genau diese Fokussierung und Klarheit fehlen bei ihren zwei Hauptkonkurrenten, der CDU und den Grünen. Der CDU-Kampagne bescheinigt Strerath „mangelnde Fokussierung, Zuspitzung, Konkretheit“: „Man versucht so sehr alles unterzubringen und am Ende gelingt dadurch nichts“, kritisiert der ehemalige Vorstand der Agentur von Jung von Matt. „Man versucht keine Angriffsfläche zu bieten“, was keine negative Abgrenzung von den anderen Parteien ermöglicht, so Strerath, der 2017 einer der Köpfe hinter der CDU-Kampagne war („Für ein Land, in dem wir gut und gerne leben“). Erstmals schildert er in dem Interview auch, wie es zu der Kampagne kam – und mit welchem Spruch er ursprünglich ins Rennen gegangen war. 

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