Corona-Pandemie
Drosten: Gute Impfquote in Deutschland so kaum zu schaffen

Der Virologe Christian Drosten macht sich Sorgen über die Impfbereitschaft in Deutschland. Foto: Jörg Carstensen/dpa

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Deutschland hinkt bei der Impfquote hinter Ländern wie Frankreich, Spanien und Portugal hinterher. Christian Drosten glaubt nicht, dass sich die Quote nur mit Impfangeboten verbessern lässt.

Der Berliner Charité-Virologe Christian Drosten ist pessimistisch, dass Deutschland allein durch Impfangebote eine akzeptable Impfquote in der Corona-Pandemie erreichen kann.

Hauptgrund sei eine gewisse Gleichgültigkeit in der Bevölkerung, sagte Drosten im am Freitag veröffentlichten Podcast «Das Coronavirus-Update» von NDR Info. Er gehe nicht davon aus, dass Deutschland über Ansprache der Bevölkerung noch viel weiter komme mit der Impfquote. «Und darum glaube ich, dass die Politik eine schwere Aufgabe vor sich hat und konsequent auch Entscheidungen treffen muss bald.» Gefragt worden war Drosten in diesem Zusammenhang auch nach einer Impfpflicht als Option.

Bislang sind erst 61 Prozent der Gesamtbevölkerung vollständig geimpft. Im August nahm die Impfquote nur noch um rund 10 Prozentpunkte zu. Nach dem jüngsten Wochenbericht des Robert Koch-Instituts (RKI) haben in der Bevölkerung über 60 Jahre 83 Prozent den vollen Impfschutz. Bei den Erwachsenen zwischen 18 und 60 Jahren liegt die Quote bei 65 Prozent.

Nach RKI-Berechnungen müssen aber mindestens 85 Prozent der 12- bis 59-Jährigen und 90 Prozent der Senioren ab 60 Jahren vollständig geimpft sein, damit eine ausgeprägte neue Welle mit vollen Intensivstationen im Herbst und Winter unwahrscheinlich wird.

Man könne versuchen, die Dringlichkeit der Impfungen in Deutschland zu vermitteln, sagte Drosten. «Es gibt eine grundsätzliche Offenheit. Ich würde nur ganz…