Sportschützin Natascha Hiltrop hat bei den Paralympischen Spielen in Tokio die nächste deutsche Goldmedaille gewonnen. Nach dem Gewinn der Silbermedaille in Rio behielt Hiltrop diesmal in einem dramatischen Finale die Nerven und rettete mit dem Luftgewehr über 10 Meter mit dem letzten Schuss einen hauchdünnen Vorsprung von 0,1 Ringen vor dem Südkoreaner Park Jinho ins Ziel. Mit 253,1 Ringen stellte die 29-Jährige dabei gleichzeitig einen neuen Paralympics-Rekord in der Startklasse SH1 auf.

„Ich bin sehr glücklich, dass ich das umsetzen konnte, was ich mir vorgenommen habe. Da fällt einem schon ein riesiger Stein vom Herzen“, sagte die inkomplett querschnittsgelähmte Hiltrop. Sie hatte das erste Gold für die deutschen Para-Sportschützen seit 2004 in Athen geholt und auch in Tokio die erste Medaille überhaupt für die Sportschützen des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS).

Bislang galt Hiltrop als die „ewig Zweite“. Bereits in der Qualifikation war sie Zweite geworden. In Rio hatte der deutschen Vorzeigeschützin ein Ring zur Goldmedaille gefehlt, auch bei Weltmeisterschaften war sie zuvor nie über Platz zwei hinausgekommen.

Zeyen lässt Gold Bronze folgen

Einen Tag nach ihrer Goldmedaille im Zeitfahren hat Handbikerin Annika Zeyen die nächste Paralympics-Medaille geholt. Im Straßenrennen über 26,4 Kilometer landete die Querschnittsgelähmte in der Startklasse H3 in 56:21 Minuten auf dem Silberrang. Sechs Sekunden schneller war auf der ehemaligen Formel-1-Strecke am Fuße des Fuji nur die Niederländerin Jennette Jansen. Bronze ging an Alicia Dana aus den USA (56:24). „Ich bin super happy über die Silbermedaille“, sagte Zeyen. „Unglaublich, besser hätte es nicht laufen können.“ 2012 hatte Zeyen noch Gold im Rollstuhlbasketball gewonnen. Ihre eigentlich für diesen Sommer geplante Hochzeit hatte sie eigens für die Wettbewerbe in Tokio verschoben.

„Paralympics-Legende“ Andrea Eskau hat in Tokio ihre 16. Medaille dagegen erneut knapp verpasst. Sie belegte im…