Afghanistan
Deutschland strebt diplomatische Vertretung in Kabul an

Heiko Maas, Außenminister von Deutschland, gibt gemeinsam mit dem pakistanischen Außenminister Qureshi eine Pressekonferenz im Anschluss an ihr Treffen. Foto: Anjum Naveed/AP/dpa

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Die deutsche Botschaft in Kabul ist verwaist, die letzten Diplomaten haben vergangene Woche Afghanistan verlassen. Es kann aber sein, dass in nicht allzu ferner Zukunft welche zurückkehren.

Deutschland strebt auch nach der Machtübernahme der militant-islamistischen Taliban in Afghanistan unter bestimmten Bedingungen eine diplomatische Vertretung in der Hauptstadt Kabul an.

«Wenn es politisch möglich wäre und wenn die Sicherheitslage es erlaubt, dann sollte auch Deutschland in Kabul wieder eine eigene Botschaft haben», sagte Außenminister Heiko Maas am Dienstag bei einem Besuch in Katar. Zurzeit sei man in enger Abstimmung vor allem mit den europäischen Partnern zu diesem Thema.

Maas betonte aber auch, dass eine diplomatische Vertretung keine Anerkennung einer Taliban-Regierung bedeuten würde. «Es geht im Moment nicht um die Frage der völkerrechtlichen Anerkennung», sagte er. «Es geht um die Lösung ganz praktischer Probleme.»

Maas beendet am Mittwoch seine viertägige Reise in fünf Länder, die mit der Afghanistan-Krise zu tun haben. Seit Sonntag besuchte er die Türkei und dann Afghanistans Nachbarländer Usbekistan, Tadschikistan und Pakistan. Katar ist die letzte Station.

Die Bundesregierung hatte nach der Machtübernahme der Taliban die Botschaft in Kabul geschlossen. Alle Diplomaten haben inzwischen das Land verlassen. Botschafter Markus Potzel verhandelt derzeit in der katarischen Hauptstadt Doha mit den Taliban über die Ausreise Schutzsuchender aus Afghanistan. Dort haben die Taliban ihr politisches Büro, das quasi als Außenministerium fungiert.