Kolumne: Hier spricht der Boomer
Der Mensch ist wichtiger ist als ein Parteiprogramm

Unser Autor Frank Schmiechen meint, dass weniger über Inhalte und mehr über den Mensch hinter den Kanzlerkandidaten gesprochen werden sollte (Symbolbild)

© Arne Dedert / DPA

Man hört das Argument immer wieder: Es solle doch endlich mehr über politische Inhalte gesprochen werden. Unser Autor ist anderer Meinung. Für ihn zählt der Mensch hinter den Kanzlerkandidaten. Und nicht das Kleingedruckte im Parteiprogramm. 

Von Frank Schmiechen

Es klingt immer so gut. Und so wichtig. Politiker sollen doch endlich über Inhalte sprechen! Halt! Nein. Inhalte sind überschätzt. Denn wir kennen die Parteiprogramme, all die Worthülsen, die Selbstverständlichkeiten und Botschaften der Parteien zur Genüge. Bei Wahlen kommt vor allem auf etwas anderes an: Kann man hinter den eingeübten Verlautbarungen einen echten Menschen erkennen? Denn die Deutschen wählen kein Programm, sie wählen einen Menschen.

Das heißt aber nicht, dass wir die Kandidaten-Diskussion im Fernsehen abschaffen sollten. Im Gegenteil. Im direkten Aufeinandertreffen lernt das Wahlvolk eine Menge über die Menschen hinter den Kandidaten. Sind sie schlagfertig? Oder eher langweilig? Sind sie in der Lage, cool auf Angriffe zu reagieren? Behalten sie die Nerven? Oder wirken sie wie schlechte Schauspieler?

Kanzler oder Kanzlerin mit klugem, schnellem Kopf

Das zweithöchste Amt in Deutschland braucht keinen Kandidaten, der fehlerfrei sein Parteiprogramm herunterrattern kann. Das bringt Deutschland nicht nach vorne. Wir brauchen einen klugen, schnellen Kopf. Eine Kanzlerin, die in der Lage ist, in hochbrisanten Lagen sehr schnell die richtigen Entscheidungen zu treffen. Was jetzt gerade in Afghanistan passiert ist, lässt sich nicht mit Parteiprogrammen in den Griff bekommen.

Ja, man kann sich…