Die Maßnahmen der griechischen Regierung, um der Corona-Lage Herr zu werden, sind drastisch – die Reaktion von Impfgegnern ebenfalls. Es gab am Sonntag Protest, der gegen Abend gewalttätig wurde. Tausende demonstrierten in Athen und in der nordgriechischen Hafenstadt Thessaloniki gegen die Impfpflicht im Gesundheitsbereich und andere Vorhaben der konservativen Regierung.

In Griechenlands Hauptstadt versammelten sich nach Schätzungen des Staatsfernsehens rund 3000 Demonstranten. In Thessaloniki seien es mehr als 5000 Menschen gewesen, melden örtliche Medien.

Demo-Auftakt vor dem griechischen Parlament: Protest gegen Impfpflicht im Gesundheitssektor

Rund 200 Menschen lösten sich in Athen beim Einbruch der Dunkelheit aus der fast zu Ende gegangenen Demonstration heraus und schleuderten Brandsätze und Steine auf die Polizei, die vor dem Parlament stand. Die Beamten setzten Blendgranaten, Tränengas und Wasserwerfer ein und trieben die Randalierer auseinander. Die Lage beruhigte sich anschließend.

Impflicht, Zutrittsbeschränkungen, Bußgelder

Ab Mittwoch ist die Corona-Impfung für alle Mitarbeiter in griechischen Krankenhäusern Pflicht. In Alten- und Pflegeheimen gilt die Impfpflicht bereits seit Mitte des Monats. Mit der Regelung reagiert die Regierung auf die Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus. Wer sich weigert, darf nicht mehr zur Arbeit kommen, zudem drohen Bußgelder.

Vor wenigen Tagen hatte die Regierung zudem striktere Corona-Maßnahmen für Ungeimpfte bei Freizeitaktivitäten und am Arbeitsplatz angekündigt. Ab dem 13. September ist der Zutritt zu Lokalen, Cafés oder Sportvereinen nur für Menschen gestattet, die entweder vollständig geimpft sind oder eine überstandene Infektion nachweisen können.

Polizeieinsatz in Athen: Blendgranaten, Tränengas und Wasserwerfer

Corona-Tests, die bislang kostenlos waren, sollen zudem kostenpflichtig werden. Nicht geimpfte Angestellte im öffentlichen und privaten Sektor müssen sich künftig je nach Beruf…