Die US-Marineinfanteristin Nicole Gee hält auf dem Flughafen Kabul schützend ein afghanisches Baby im Arm. Ein Foto, das die 23-Jährige vor einer Woche auf einem Social-Media-Account postete. „Ich liebe meinen Beruf“, schrieb sie dazu.

Wenige Tage später ist die aus Sacramento im Bundesstaat Kalifornien stammende Frau tot: Sie war am Flughafen Kabul im Dienst, als sich am Donnerstag vor dem Tor des Geländes ein Selbstmordattentäter in die Luft sprengte. Dabei wurden weit mehr als hundert Zivilisten und 13 US-Soldaten getötet, die an dem Evakuierungseinsatz in Kabul teilnahmen. Gee war eine von ihnen.

Überführung noch an diesem Wochenende

Das US-Verteidigungsministerium veröffentlichte die vollen Namen der getöteten Soldaten am Samstag. Gee war demnach als Wartungstechnikerin einer Einheit der Marineinfanteristen („Marines“) aus dem Bundesstaat North Carolina zugeordnet.

Terroropfer Gee beim Einsatz in Kabul (am Donnerstag): „Und dann ist sie tot – einfach so“

Die Soldatin Mallory Harrison, die drei Jahre lang mit Gee zusammenlebte, schrieb, wie sehr sie der Tod getroffen habe: Sie können das Gefühl nicht beschreiben, wenn sie daran denke, „dass ich sie nie wieder sehen werde“, so Harrison auf ihrem Social-Media-Account. „Wie sie mit ihrem letzten Atemzug das tat, was sie liebte: Menschen zu helfen. Dann gab es eine Explosion. Und dann ist sie tot – einfach so.“

Die Särge mit den getöteten Soldatinnen und Soldaten sollen noch am Wochenende auf dem Luftwaffenstützpunkt Dover im Bundesstaat Delaware ankommen, wie das US-Verteidigungsministerium Pentagon mitteilte.

AR/fab (dpa, ap)